Musikindustrie : Bertelsmann darf Sony BMG verkaufen

Bertelsmann darf nun offiziell aus dem Musikgeschäft aussteigen. Die EU-Kommission in Brüssel hat ihr Einverständnis zum Verkauf der Anteile an Sony BMG gegeben. Das dürfte fast eine Milliarde Euro in die Kassen von Bertelsmann spülen.

BrüsselDie EU-Kommission hat grünes Licht gegeben für den Verkauf von Sony BMG durch Bertelsmann. Das teilten die Wettbewerbshüter am Montag in Brüssel mit. Damit kann der Gütersloher Medienkonzern seine 50 Prozent an dem 2004 gegründeten Partnerunternehmen an Sony verkaufen. Nach der Transaktion werde Sony der alleinige Eigner von Sony BMG werden, das in Sony Music Entertainment Inc. umbenannt werde. Es werde dadurch keine wesentliche Einschränkung des Wettbewerbs in Europa entstehen, hieß es.

Bertelsmann hatte im Juli bekanntgegeben, mit dem Verkauf 50 Jahre nach der Gründung des Plattenlabels Ariola aus dem Musikgeschäft weitgehend auszusteigen. Sony BMG, das zweitgrößte Musikunternehmen der Welt, vereint Plattenfirmen wie Arista, J Records und Zomba unter einem gemeinsamen Dach. Bei Bertelsmann wird der Wert des Anteilsverkaufs auf 1,5 Milliarden US-Dollar (rund 970 Millionen Euro) geschätzt, heißt es in Unternehmenskreisen. Die Musikbranche unterliegt seit langer Zeit einem Strukturwandel. Der Verkauf von CDs verliert stetig massiv an Marktanteilen. Die Einbußen werden durch den zunehmenden Verkauf von Musik über das Internet sowie durch alternative Geschäftsmodelle nur zum Teil aufgefangen. (nal/dpa)

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