Wirtschaft : Musterländle Südost

SLOWENIEN

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Wäre Erweiterungskommissar Günter Verheugen ein Lehrer und die zehn Beitrittskandidaten eine Schulklasse, dann käme für die Rolle des Lieblingsschülers nur einer in Frage: Slowenien. Das knapp zwei Millionen Einwohner zählende Land ist fast in allen Fächern Klassenbester. Das Bruttoinlandsprodukt erreicht schon jetzt 69 Prozent des EUSchnitts, bei der Arbeitslosenquote sind die Slowenen mit 5,9 Prozent sogar besser als die Durchschnittseuropäer mit 7,6 Prozent. Und während europaweit der Konjunkturmotor stottert, legt der Kandidaten-Primus im Jahr 2002 ein Wirtschaftswachstum von voraussichtlich vier Prozent hin. „Slowenien hat ein ausreichendes Maß an makroökonomischer Stabilität erreicht, um dem Wettbewerb innerhalb der EU standzuhalten“, heißt es im Fortschrittsbericht der EU-Kommission. Die eigene Wirtschaftskraft könnte den Streber teuer zu stehen kommen: Ohne entsprechende Übergangsregelungen würde Slowenien nach seinem Beitritt 2004 zu den Nettozahlern gehören – was die EU-Euphorie in Slowenien dämpft: „Wir dürfen nicht dafür bestraft werden, dass wir uns besser entwickeln als andere Beitrittskandidaten“, sagt Sloweniens Außenminister Dimitrij Rupel. jaf

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