Wirtschaft : Mutige an die Börse

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Von Henrik Mortsiefer

Ist die Aktie tot? Das letzte Lebenszeichen liegt lange zurück. Die neuen Tiefststände an der Börse lassen vergessen, dass es mit den Kursen auch nach oben gehen kann. Zuletzt vor knapp einem Jahr, als der Terrorschock überwunden schien. Damals dachten alle, der Aufschwung kommt. Aber er blieb aus, und heute hoffen die Anleger immer noch auf bessere Zeiten. Und sie haben Angst vor einem Krieg am Persischen Golf, sie trauen den Technologiefirmen das Comeback nicht zu, sie fürchten neuen Betrug und eine zweite Rezession, sie haben Schulden und noch viel zu viele Verlustbringer im Depot. Die Baisse nährt die Baisse, sagen Börsianer. Fallende Kurse sind wahrscheinlich, heißt das. Kann man da noch Aktien empfehlen?

Man kann. Aber gerade weil die Welt unsicherer geworden ist, zeigt sich: Aktien sind etwas für Mutige. Und wer den Mut nicht verloren hat, einen Teil seiner Ersparnisse in Unternehmen zu investieren, der sollte das auch heute noch tun. Je höher das Risiko, desto höher die Rendite – oder der Verlust. So funktioniert das Spiel. Wer an der Börse verdienen will, kann keine Sicherheit verlangen. Aber Vorsicht ist angebracht. Geld, das man in Aktien steckt, muss man entbehren können. Und man sollte Zeit haben. Wer seinen Einsatz bald zurück haben will, weil er in Rente geht oder ein Haus bauen will, der sollte jetzt die Finger von Aktien lassen. Die anderen sollten weiter nach Lebenszeichen an der Börse suchen. Übrigens: Ein fast vergessener Beweis für gutes Management ist die Dividende. Unternehmen, die Cash übrig haben, sind das Geld wert, das man ihnen zum Arbeiten gibt.

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