Wirtschaft : Mutterkonzern der Bundesdruckerei droht Verlust

Berlin (dpa).

Berlin (dpa). Der Bundesdruckereigruppe droht 2001 durch das eingebrochene Handy-Telefonkartengeschäft ein Verlust. Mit einer neuen straffen Führungsspitze und strategischen Allianzen will die Dachgesellschaft Authentos die Druckereigruppe neu auf Kurs bringen und verstärkt internationalisieren. Bei der Chip-Kartentochter Orga sollen 250 der 1500 Arbeitsplätze wegfallen. Dies teilten die Authentos-Geschäftsführer Lando Zappei und Michael Pawlowski mit. Der Personalabbau betreffe die Standorte Flintbek bei Kiel und Paderborn.

Beide Manager bilden jetzt allein die Holding-Geschäftsführung. Von den anderen bisherigen Mitgliedern der Authentos-Geschäftsführung werden Ernst-Theodor Menke und Harald Wendel weiterhin das operative Geschäft der Bundesdruckerei GmbH leiten. Wie auch Adolf Juilfs (Orga) gehören sie einem Authentos-Führungskreis an. Orga-Vertriebsvorstand Udo Fölling scheide in gegenseitigen Einvernehmen aus. Sein Posten wird in Personalunion von Zappei übernommen.

Während Orga das Ergebnis der Gruppe in diesem Jahr belaste, schlössen die Bundesdruckerei und der britische Passhersteller SPS bei Umsatz und Ergebnis deutlich über Plan ab. Insgesamt werde Authentos mit rund 610 Millionen Euro aber das Umsatzziel um rund 100 Millionen Euro verfehlen. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen werde unter 100 Millionen Euro (Vorjahr: 130) liegen. Eine Personalanpassung werde es nach dem Auslaufen der Euro-Notendrucks langfristig auch bei der Bundesdruckerei mit ihren 2000 Mitarbeiter geben. 2001 werden mit den Euro-Noten 90 Millionen Euro umgesetzt, 2002 könnten es nochmals bis zu 50 Millionen Euro sein. Da man den Euro-Druck aber auch mit befristeten Arbeitsverträgen und Überstunden bewältige, sei der nötige Beschäftigungsabbau nicht mit dem von Orga zu vergleichen.

Pawlowski wies Vermutungen zurück, für Authentos könnte es schwierig werden, dem Bund den Restkaufpreis für die Bundesdruckerei zu bezahlen. Er verwies darauf, dass der Bund bei der Übernahme vor zehn Monaten vom Kaufpreis von zwei Milliarden Mark Authentos 450 Millionen Mark als Darlehen zurückgereicht habe. Diese Summe werde verzinst und erst in zehn Jahren fällig.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben