MYTHOS PRENZLAUER BERG : Die Oderberger Straße

Einladende Oderberger. Foto: Doris Spiekermann-Klaas
Einladende Oderberger. Foto: Doris Spiekermann-Klaas

Die Oderberger Straße gilt als Straße mit einer legendären Vergangenheit. Oskar Neumann, Pressesprecher der Bürgerinitiative Oderberger Straße und fast sein ganzes Leben in der Straße wohnhaft, erinnert sich noch, wie es einst einen Juwelier, einen Fleischer und zwei Seifengeschäfte gab. Heute dagegen finden sich neben einigen Modegeschäften nur noch Cafés, Bars und Restaurants. Kein Wunder, meint Neumann: „Die Oderberger Straße ist die Haupteinfallstraße zum Mauerpark.“

Wer die alte Atmosphäre sucht, wird am ehesten im Hirschhof zwischen Oderberger Straße und Kastanienallee fündig. Der etwas verwildert wirkende Hof, benannt nach einer noch heute zu bestaunenden Hirschskulptur, galt in den achtziger Jahren als Refugium unangepasster DDR-Bürger. Dabei entstand er, wie Neumann erzählt, durchaus im Einvernehmen mit der Obrigkeit, die Anfang der achtziger Jahre beweisen wollte, dass nicht nur West-Berlin, sondern auch die Hauptstadt der DDR begrünte Innenhöfe anlegen konnte.

Doch auch der Hirschhof zeugt von der neuen Zeit: Weil eine Eigentümergemeinschaft einen Teil des Hofes beansprucht, ist er nicht mehr öffentlich zugänglich. Immerhin will der Bezirk direkt daneben eine öffentliche Grünfläche anlegen. Die Häuser entlang der Straße sind mittlerweile fast alle saniert – mit der markanten Ausnahme des Stadtbads Oderberger Straße, an dessen Sanierung zuerst eine Genossenschaft und dann die Stiftung Denkmalschutz Berlin scheiterten. Jetzt soll ein neuer Eigentümer gesucht werden.ch

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