Nach Bestechungs-Prozess : Kinderhospizstiftung bekommt eine Million von Ecclestone

Von den 100 Millionen Dollar, die Bernie Ecclestone im Zuge seines Bestechungs-Prozesses zahlen muss, fließt eine Million an die Deutsche Kindeshospizstiftung. Die ist von der immensen Summe überrascht.

Bernie Ecclestone am Dienstag vor dem Oberlandesgericht in München. Foto: dpa
Bernie Ecclestone am Dienstag vor dem Oberlandesgericht in München.Foto: dpa

Margret Hartkopf ist Mitglied im Vorstand der Deutschen Kinderhospizstiftung, die von Olpe aus bundesweit Projekte für todkranke Kinder unterstützt. Die Organisation bekam die Summe vom Oberlandesgericht München zugesprochen. Ecclestone hat eine Woche Zeit, das Geld zu überweisen.

Frau Hartkopf, Herr Ecclestone muss eine Million Dollar an Ihre Stiftung zahlen. Wissen Sie schon, wofür Sie das Geld verwenden werden?

Nein. Wir haben noch nie in solchen Größenordnungen gedacht und haben dementsprechend kein konkretes Projekt in der Schublade, das wir realisieren würden.

Margret Hartkopf ist Mitglied im Vorstand der Deutschen Kinderhospizstiftung. Foto: promo
Margret Hartkopf ist Mitglied im Vorstand der Deutschen Kinderhospizstiftung.Foto: promo

Haben Sie Erfahrungen mit Großspenden?

Vor drei Jahren hat einmal eine Privatperson 100 000 Euro an uns gespendet. Das war unsere größte Spende bis Ecclestone. Einen schriftlichen Bescheid vom Richter über die eine Million haben wir übrigens noch nicht.

Was passiert dann mit dem Geld?

Wir unterstützen überwiegend ambulante Kinderhospize. Die können Anträge stellen, um zum Beispiel Fortbildungen gefördert zu bekommen. Bisher sind aber noch keine Anträge eingegangen.

Sie wurden vom Oberlandesgericht München aus einer Liste mit Hunderten gemeinnütziger Organisationen ausgewählt.

Wir sind total überrascht. Seit 2007, ein Jahr nach der Stiftungsgründung, stehen wir auf den Listen aller Oberlandesgerichte.

Haben Sie schon einmal zuvor davon profitiert, dass jemand zu einer Geldstrafe an einem Gericht verdonnert wurde?

Ja, schon mehrmals. Es gibt immer wieder Geldauflage von anderen Gerichten. Einmal musste jemand 20000 Euro an uns zahlen – in Raten.

Mit Margret Hartkopf sprach Vinzenz Greiner.

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