Wirtschaft : Nach dem Ausfall eines Berliner Computers blieben die Handys still

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Großer Ärger mit dem kleinen Handy: Jens-Holger Titschnegg versuchte über eine Woche lang vergeblich, Geld auf die wiederaufladbare Telefonkarte seines Handys zu überweisen. Jedesmal, wenn er den Server des D2-Mobilnetzbetreibers Mannesmann anrief, hatte er statt der freundlichen Stimme des Sprachcomputers ein grelles Pfeifen im Ohr. Wütend wählte der Berliner daraufhin die Nummer der Hotline des Telefongesellschaft Debitel. Und nicht nur ein Mal - "es dauerte ewig, bis ich da durchkam", erzählt der Freiberufler, der auf sein Handy "angewiesen ist". Irgendwann hatte die Qual der Wahl aber ein Ende, am anderen Ende der Leitung meldete sich endlich eine helfende Stimme. Was die ihm sagte, passte Titschnegg jedoch ganz und gar nicht: Die Schuld für die Kontosperre sei bei Mannesmann zu finden. Debitel sei dafür nicht zuständig. Also rief Titschnegg die Hotline des Düsseldorfer Mobilnetzbetreibers an. Die wiederum gaben dem 49jährigen den Tipp, bei Debitel anzurufen.

Für diese Anrufe musste Titschnegg auf andere Telefone ausweichen. Sein Handy konnte er nicht benutzen. Denn das CallYa-Angebot funtioniert nur, wenn vorher Geld auf die persönliche Telefonkarte eingezahlt wurde. Ist das Konto leer, kann der Handy-Besitzer nur noch warten, dass sein Handy klingelt. Denn selbst anrufen kann er nicht mehr. Für Titschnegg, der auf dem Bau arbeitet, eine unmögliche Situation, wie er sagt.

Bei Debitel gab man sich jetzt zerknirscht: "Vielleicht haben wir das Problem am Anfang fasch eingeschätzt", erklärte ein Sprecher. Ähnliche Reaktion auch bei Mannesmann Mobilfunk: Eine "unschöne Situation" wäre das für die betroffenen Kunden gewesen, lautete dort die Entschuldigung. Inzwischen sei die Fehlerquelle aber behoben und Einzahlen wieder problemlos möglich. Es hatten sich Fehler beim Einbau einer moderneren Software in einige Vermittlungsstellen eingeschlichen. Hier ruft an, wer mittels einer Geheimnummer seine CallYa-Karte wieder aufladen möchte. Wegen entstandener Schäden wolle man "in Einzelfällen kulante Lösungen finden", hieß es weiter.

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