Wirtschaft : Nach dem Fiasko von Seattle hat die Unctad neues Selbstbewusstsein geschöpft

jdh

Die Unctad, die Uno-Konferenz für Handel und Entwicklung, gewinnt an Selbstbewusstsein. Rubens Ricupero, der Generalsekretär der Unctad, glaubt jetzt die Antwort gefunden zu haben: "Wir wollen das Parlament der Globalisierung sein." Nach dem Scheitern des Ministertreffens der Welthandelsorganisation (WTO) in Seattle werde eine solche Einrichtung "dringend" gebraucht, sagte Ricupero am Mittwoch in Genf.

Zu ihrer nächsten Sitzung wird die Unctad vom 12. bis zum 19. Februar in Bangkok zusammenkommen. In der thailändischen Hauptstadt sollen Politiker, Gewerkschafter, Wissenschaftler und Wirtschaftsvertreter während der Unctad X "über eine gerechte Verteilung der Globalisierungsgewinne" diskutierten. Nach Ricuperos Vorstellung können die Teilnehmer aus den 190 Mitgliedsländern "den Weg für Aktionen in den relevanten Foren wie der Uno, der Weltbank, dem Internationalen Währungsfonds (IWF) und der WTO ebnen". Allerdings stellte Ricupero mit Nachdruck klar, dass "die Welthandelsorganisation das einzige Organ ist, in dem über die weitere Liberalisierung der weltweiten Handelsströme verhandelt wird". Die Unctad wolle und könne kein "alternatives System" etablieren. In jedem Fall soll die Unctad ihre Rolle als Sachwalter der Entwicklungsländer stärker akzentuieren. "Die armen Staaten müssen besser in das globale System integriert werden." Durch die Anwesenheit von Uno-Generalsekretär Kofi Annan, Weltbankchef James Wolfensohn, IWF-Chef Michel Camdessus und WTO-Generaldirektor Mike Moore verspricht sich Ricupero eine erhöhte internationale Aufmerksamkeit. Um in Zukunft besser gewappnet zu sein, forderte Ricupero Nichtregierungsorganisationen und Gewerkschaften stärker in den Prozess der Globalisierung einzubeziehen.

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