• Nach den gescheiterten Gesprächen von Dresdner und Deutscher Bank steht das Karussell in der Bankenszene noch lange nicht still

Wirtschaft : Nach den gescheiterten Gesprächen von Dresdner und Deutscher Bank steht das Karussell in der Bankenszene noch lange nicht still

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Die Revolution der deutschen Bankenszene ist abgesagt - allerdings nur vorerst. Die gemeinsame Deutsche-Dresdner Bank für mehr als zwölf Millionen Privatkunden wird nun doch nicht kommen. "Ohne konkretes Ergebnis" haben die beiden Institute am Montag abend ihre Gespräche beendet. "So schnell fusioniert es sich doch nicht, wie es in den Köpfen mancher Marktteilnehmer und Medienschaffender herumgespenstert", kommentierte die "Börsen-Zeitung" am Dienstag. Analysten und Gewerkschafter gehen dennoch davon aus, dass das Geldgewerbe vor gewaltigen Umwälzungen steht.

Die Deutsche Bank will jetzt ihre seit 1. September aktive Deutsche Bank 24, in der sie das Filialgeschäft und die Direktbank-Tochter Bank 24 zusammengeführt hat, zum Ausbau des Privatkundengeschäftes in "anderer Weise" nutzen. Vorstandssprecher Rolf Breuer hat bereits mehrfach betont, dass die Deutsche Bank 24 für das "Andocken" anderer Banken und Sparkassen bereitstünde und offen sei. Die Dresdner Bank will "andere erfolgversprechende Optionen" weiter verfolgen, die einer Verbesserung der Ertragskraft im Filialgeschäft beitragen können. "Endgültige Entscheidungen dazu werden nicht vor Ende des Jahres getroffen".

An der Börse ist nach dem Scheitern der Banken-Gespräche die nächste Runde für Fusionsgerüchte und -spekulationen eröffnet. "Jetzt gibt es halt eine Idee weniger, aber die nächste kommt bestimmt", meint die Analystin Sabine Bohn von der DG Bank in Frankfurt. Für das Vorstandsmitglied der Deutschen Angestellten-Gewerkschaft (DAG), Gerhard Renner, bedeutet der Abbruch der Kooperationsverhandlungen "überhaupt keine neue Lage". Der Gewerkschafter, der bei der Deutschen Bank und bei der Allianz im Aufsichtsrat sitzt, ist überzeugt, dass der Münchner Versicherungsriese Allianz bald "an den großen Schraubenzieher geht", um einen Finanzkonzern unter Beteiligung von Deutscher, Dresdner und der Münchner Hypo-Vereinsbank zu bauen.

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