Wirtschaft : Nach der Blase ist vor der Blase

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Von Bernd Hops

Börsianer lieben wieder HightechWerte. Die Aktie des Sofwareherstellers SAP steht bei rund 135 Euro. Im Herbst 2002 war sie kaum mehr als 40 Euro wert. Anderen Aktien von Hochtechnologie-Konzernen erging es ähnlich. Die Aktien des Betreibers von Internetportalen Yahoo dümpelten – nach dem Ende des Internetbooms im Jahr 2000 – lange um die Marke von zehn US-Dollar, bis sie ebenfalls 2002 wieder zum Steigflug ansetzten. Aktueller Wert: gut 45 Dollar. Anleger sollten sich kurz darüber freuen – und sich dann ernsthaft Gedanken machen.

Die Luft für Hightech-Werte ist wieder sehr dünn geworden. Und man kann erneut von einer Hightech-Blase sprechen. Gemessen am Börsenkurs, ist SAP 32-mal so viel wert wie der für 2004 erwartete Gewinn des Unternehmens. Bei Yahoo ist es sogar fast das 86fache. Zum Vergleich: Der durchschnittliche Dax-Wert kommt auf etwas mehr als das Zwölffache. Die Kurse gründen sich allein auf der Hoffnung, dass gerade Hightech-Firmen vom beginnenden Aufschwung profitieren und dementsprechend größere Gewinnsteigerungen vorweisen werden. Die Aussicht auf exorbitantes Wachstum hat sich aber schon einmal als trügerisch erwiesen. Das sollten Anleger vier Jahre nach dem Platzen der ersten Internetblase nicht vergessen haben. Börsenstars können sehr schnell wieder fallen. Telekomwerte waren beim letzten Boom noch gleichauf etwa mit Software-Aktien. Heute sind sie für manchen Experten nur noch normale, langweilige Versorgertitel. Anleger sollten damit rechnen, dass auch andere Hightech-Branchen dieses Schicksal trifft.

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