Wirtschaft : Nach der Fusion von Veba und Viag soll nun angeblich RWE VEW übernehmen, doch RWE dementiert

Nach dem Zusammenschluss von Veba und Viag zum größten deutschen Stromproduzenten halten die Fusionsgerüchte in der Branche weiter an. Nach Informationen des "Stern" will der Essener RWE-Konzern seine Energie-Sparte mit dem Dortmunder Versorger VEW zusammen legen. Ein RWE-Sprecher bestätigte grundsätzliches Interesse seines Hauses an VEW, derzeit seien aber keine Anteile am Markt verfügbar. Außerdem habe der Erwerb des ausgeschriebenen 25-prozentigen Landesanteils am Stromkonzern Energie Baden-Württemberg (EnBW) derzeit oberste Priorität für die RWE. Ein VEW-Sprecher bezeichnete den Bericht als bloße "Spekulation, an der nichts dran ist". Sein Haus verfolge derzeit eigenständige Allianzpläne.

Laut "Stern" verhandelt der Essener Stromriese bereits mit mehreren VEW-Anteilseignern über den Ankauf ihrer Beteiligungen. Zählen könne RWE-Chef Dietmar Kuhnt dabei auf den zehnprozentigen Anteil der Westdeutschen Landesbank (WestLB), deren Vorsitzender Friedel Neuber Aufsichtsratschef bei RWE ist. Auch der rund 20-prozentige VEW-Anteil von Viag, von dem sich der Mischkonzern bei seiner Fusion mit Veba vermutlich aus Wettbewerbsgründen trennen müsse, dürfte RWE nach Überzeugung des "Stern" sicher sein. Dafür könnte die RWE demnach ihrer 26-prozentigen Anteil an der Berliner Veag als dem größten ostdeutschen Stromlieferanten eintauschen.

Dem Hamburger Magazin zufolge wird das RWE-Vorhaben bei VEW ablehnend gesehen. Der Dortmunder Konzern plant nach eigenen Angaben seinerseits die Gründung einer Deutschen EnergieUnion (DEU), in die neben den eigenen Energieaktivitäten möglichst viele kommunale Energiebetriebe und eventuell auch Anteile an den Stromkonzernen EnBW und Hamburgische Electricitätswerke (HEW) eingebracht werden sollen. Die neue Gruppe könnte so dritte Kraft auf dem deutschen Strommarkt neben dem Gespann Veba/Viag und der RWE werden.

Die VEW Energie AG versorgt rund 5,5 Millionen Menschen in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen mit Strom, Gas oder Fernwärme. Das 1925 als Vereinigte Elektrizitätswerke Westfalen gegründete Unternehmen mit 4300 Mitarbeitern erwirtschaftete im vergangenen Jahr einen Umsatz von 5,472 Milliarden Mark und ist damit einer der großen überregionalen Stromversorger Deutschlands. An VEW sind nach Unternehmensangaben kommunale Aktionäre um die Stadt Dortmund mit insgesamt 56,58 Prozent beteiligt; ein Zehn-Prozent-Paket hält demnach seit der jüngsten Kapitalerhöhung die WestLB. 24,69 Prozent liegen bei der EVG, in der Contigas, RWE Energie, Deutsche Bank und Allianz Aktien gebündelt haben.

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