Wirtschaft : „Nach der Hamburger Einigung müssen sich beide Seiten bewegen“

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Herr Schmalstieg, wie bewerten Sie die Einigung im Hamburger Öffentlichen Dienst?

Es ist gut, dass es eine Einigung gibt. Die Tarifgemeinschaft der Länder und die kommunalen Arbeitgeber sollten dem Hamburger Beispiel folgen und auch zu einem Abschluss kommen.

Heißt das, der Abschluss in Hamburg hat Pilotcharakter?

Zumindest bringt das Dynamik in die übrigen Verhandlungen, weil sich beide Seiten nun bewegen müssen.

In Hamburg wird die Länge der Arbeitszeit nach drei Kriterien bemessen – Lebensalter, Verdiensthöhe und Kinder. Ist das der richtige Weg?

Es ist zumindest ein Weg, den man gehen kann.

Also auch in Hannover?

Grundsätzlich wäre das eine Möglichkeit. Allerdings haben wir in Hannover seit über einem Jahr einen eigenen Tarifvertrag. Darin ist eine Beschäftigungssicherung, also der Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen, bis 2010 vereinbart. Im Gegenzug verzichten die Arbeitnehmer auf zwei Prozent Lohn und Gehalt. Dadurch sparen wir im Jahr rund 5,1 Millionen Euro – das bringt mehr als jede Arbeitszeitverlängerung.

Herbert Schmalstieg (SPD) ist Oberbürgermeister von Hannover und Präsidiumsmitglied des Deutschen Städtetags. Mit ihm sprach Dagmar Rosenfeld.

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