Nach der Pleite von Air Berlin : Kunden müssen mit höheren Ticketpreisen rechnen

Wenn die Lufthansa Strecken von Air Berlin übernimmt, wird Fliegen teurer, warnt der Ex-Chef der Monopolkommission, Daniel Zimmer.

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Auslaufmodell: Viele Konkurrenten wollen Teile von Air Berlin übernehmen. Foto: Sophia Kembowski/dpa
Auslaufmodell: Viele Konkurrenten wollen Teile von Air Berlin übernehmen.Foto: Sophia Kembowski/dpa

Kunden müssen nach Einschätzung des früheren Chefs der Monopolkommission, Daniel Zimmer, mit höheren Preisen rechnen, wenn die Lufthansa Strecken von Air Berlin übernimmt. „Bisher war Air Berlin auf vielen Strecken der Hauptkonkurrent der Lufthansa und hat dieser mit niedrigen Preisen das Leben schwer gemacht“, sagte Zimmer dem Tagesspiegel. „Wenn die Lufthansa Strecken von Air Berlin übernehmen würde, entfiele diese Konkurrenz und damit ein Grund dafür, niedrige Preise zu setzen.“ Problematisch sieht Zimmer auch die Rückendeckung, die die Lufthansa von Teilen der Politik bekommt. „Einige Politiker in Deutschland haben eine verhängnisvolle Nähe zu den Leitungen großer Unternehmen“, sagte Zimmer, der im März 2016 aus Verärgerung über die Ministererlaubnis für Edeka bei der Übernahme von Tengelmann zurückgetreten war. Das führe dazu, dass diese Politiker „Einflüsterungen“ ausgesetzt seien, vor allem wenn sie unsicher und fachlich nicht ganz so beschlagen seien. „Das Bundesverkehrsministerium stand ja schon früher unter dem Verdacht, die Lufthansa zu bevorzugen“, sagte Zimmer.

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