Wirtschaft : Nach drei guten Jahren 1999 erstmals wieder Umsatzeinbußen

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Die deutschen Schuhhersteller und der Schuhhandel wären schon zufrieden, wenn sie im laufenden Jahr die Ergebnisse des Vorjahres halten könnten, sagte Philipp Urban, der Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Schuhindustrie (HDS), im Vorfeld der Internationalen Schuhmesse GDS. Die Messe wird vom 9. bis 12. März in Düsseldorf stattfinden. Dabei musste die Schuhindustrie im vergangenen Jahr nach drei guten Jahren erstmals wieder einen Umsatzrückgang von 4,3 Prozent auf knapp 6,3 (6,6) Milliarden Mark hinnehmen. Besonders die Verluste beim Auslandsumsatz - minus 5,7 Prozent auf 1,9 Milliarden Mark - beeinträchtigten das Geschäft. Der Auslandsanteil am Umsatz sank damit leicht auf 24,7 Prozent, nach gut 25 Prozent im Jahr 1998. Angesichts des unbefriedigenden Ausgabeverhaltens der deutschen Konsumenten gingen die Inlandsumsätze um 3,8 Prozent auf 4,7 Milliarden Mark zurück.

Erfreulich für die Verbraucher war, dass die Preise 1999 stabil waren und es nach Auskunft des Verbandes auch in diesem Jahr bleiben werden. Besorgt ist der HDS über die niedrigen Pro-Kopf-Ausgaben der Bundesbürger für Schuhe, die laut GfK bei durchschnittlich 216 Mark im Jahr liegen. Für Bekleidung werden dagegen 1272 Mark ausgegeben. "Es ist uns nicht gelungen, durch Mode oder mehr Qualität den Verbrauch zu steigern", bedauert Urban.

Dabei hatte der deutsche Schuheinzelhandel nach dem guten Geschäft im Jahre 1998 - der Umsatz war um zwei Prozent auf 20 Milliarden Mark gestiegen - eigentlich geglaubt er habe die Trendwende geschafft. Der Aufwärtstrend habe sich im vergangenen Jahr jedoch nicht fortgesetzt, sagte Winfried Toubartz, der Geschäftsführer des Bundesverbandes des Deutschen Schuheinzelhandels, bedauernd. Zumindest habe die Branche aber den Umsatz von 1998 halten können.

Deutliche Impulse für das laufende Jahr 2000 erwarten die Schuhhändler von der neuen Mode. "Sowohl von den Kundinnen als auch von den Kunden dürfte der Wechsel zu mehr Helligkeit und Farbe honoriert werden", sagte Toubartz zuversichtlich.

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