Nach Finanzkrise : Deutsche Bank managt Risiko in Berlin

Die Deutsche Bank entwickelt als Konsequenz aus der Finanzkrise neue Frühwarnsysteme - in Berlin. Bis zu 700 Mitarbeiter könnten dort arbeiten. Doch nicht alle werden neu eingestellt.

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Am Hauptsitz der Berliner Bank in der Hardenbergstraße, die der Deutschen Bank gehört, will das Frankfurter Kreditinstitut sein erweitertes Risikomanagement ansiedeln.
Am Hauptsitz der Berliner Bank in der Hardenbergstraße, die der Deutschen Bank gehört, will das Frankfurter Kreditinstitut sein...Foto: dpa

Die Deutsche Bank stärkt den Standort Berlin. In der Hardenbergstraße, am Hauptsitz der Berliner Bank, die den Frankfurtern seit 2007 gehört, entsteht ein internationales Zentrum für Risikomanagement. Das teilte die Deutsche Bank am Montag mit. 50 Mitarbeiter sind schon da, bis Ende des Jahres sollen es 300 sein. Mittel- bis langfristig könnten 500 bis 700 Jobs entstehen. Gesucht werden vor allem Ingenieure, Mathematiker, Statistiker, Wirtschaftswissenschaftler und Fachkräfte, die bereits über Erfahrung im Risikomanagement verfügen. In Bankenkreisen hieß es, die Bank werde nicht nur neue Leute einstellen, sondern ihre Risikoexperten aus London, New York oder Tokio in Berlin zusammenführen. Die Stadt gelte unter Bankern als attraktiver Standort.

Dass das Risikomanagement bei der Deutschen Bank einen hohen Stellenwert genießt, kann man schon daran ablesen, dass ihr Chef-Risikomanager zugleich Mitglied des Vorstands ist. Hugo Bänziger wird immer wieder auch als Kandidat für die Nachfolge von Bankchef Josef Ackermann gehandelt.

„Durch ein integriertes Risikomanagement können mögliche Risiken frühzeitig identifiziert, bewertet und Szenarien in Echtzeit anhand komplexer Modelle simuliert werden“, sagte Bänziger am Montag. Das heißt im Klartext: Die Mitarbeiter der neuen Abteilung sollen Frühwarnsysteme erarbeiten, die bei künftigen Krisen rechtzeitig Alarm schlagen. Zudem soll im Zentrum für Risikomanagement das Wissen aus dem gesamten Konzern gebündelt werden. „Hier werden Entscheidungen vorbereitet“, erklärt ein Sprecher.

Wenn irgendwo auf der Welt ein neues Geschäftsfeld entwickelt werden soll, befragen die Berliner ihre Datenbank: Wo gibt es vergleichbare Märkte, wie haben sie in der Vergangenheit auf bestimmte Ereignisse reagiert, wo liegen die Risiken? Bisher würden diese Daten dezentral erfasst, künftig könne man schneller und ganzheitlicher reagieren.

Die Deutsche Bank beschäftigt mehr als 80 000 Menschen in 73 Ländern. In Berlin sind es bislang 3700 Mitarbeiter. Ein Großteil davon arbeitet bei der Berliner Bank.

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