Nach gescheiterter Rettung : Otto-Versand sichert sich die Marke "Quelle" - und erhält dafür Lob

Nach der gescheiterten Rettung von Quelle kauft Konkurrent Otto die Rechte an der Marke "Quelle" - und erhält dafür ein dickes Lob von einem renommierten Markenexperten.

David C. Lerch

Der Markenexperte Manfred Gotta, der unter anderem Markennamen wie Twingo oder Smart erfunden hat, beglückwünscht das Versandhaus Otto zum Kauf der Marke Quelle. „Das ist psychologisch ein sehr kluger Schachzug. Dadurch existiert der Name Quelle weiter, der, egal was passiert ist, immer noch eine Ikone ist“, sagte Gotta dem Tagesspiegel. Jeder wisse, dass nicht der Name Quelle, sondern Missmanagement die Probleme verursacht habe. „Der Name hat beinahe einen volkstümlichen Klang. Er steht nach wie vor für interessante Preise und zum Teil gute Produkte“, sagte Gotta. Wer den Namen weiterführe, könne mit einem positiven Echo in der Bevölkerung rechnen.

Das Unternehmen zahlte insgesamt  einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag an den insolventen Konkurrenten, wie aus Branchenkreisen verlautete. Otto besitzt damit künftig die Markenrechte von Quelle in Deutschland, Russland und weiteren mittel- und osteuropäischen Ländern, wie das Unternehmen mitteilte. Damit kann Otto die Marken, Logos und die meisten Internetdomains von Quelle nutzen. Küchen-Quelle und Foto-Quelle gehören nicht dazu.
 
Mit dem Kauf von Quelle Russland baut Otto seine führende Marktstellung auf diesem Wachstumsmarkt deutlich aus, wie das Unternehmen erklärte. Otto ist in Russland nach dem Aufkauf von drei Marken nach eigenen Angaben seit 2008 Marktführer im Versandhandel; Quelle, vor 20 Jahren erstes Versandhaus in dem Land, ist die Nummer zwei. Im Angebot beider sind vor allem Mode, Schuhe, Haus- und Heimtextilien. Bei Quelle Russland arbeiten nach Angaben des Insolvenzverwalters der Mutter Arcandor 280 Beschäftigte. ( mit AFP)

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