Nach Insolvenz : Berggruen bietet für Karstadt

Nicolas Berggruen, der Sohn des Berliner Kunstsammlers Heinz Berggruen, will den Karstadt-Konzern kaufen und die Marke erhalten.

Für den insolventen Kaufhaus-Konzern Karstadt hat sich laut einem Bericht des „Handelsblatts“ ein Kaufinteressent gefunden. Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg habe am Freitag ein detailliertes Kaufangebot von der Investmentgesellschaft Berggruen Holdings erhalten, die von dem Privatinvestor Nicolas Berggruen gesteuert wird, berichtete das „Handelsblatt“ unter Berufung auf Insider. Der 48-Jährige ist der Sohn des 2007 verstorbenen Kunstsammlers Heinz Berggruen.

Sowohl Investmentverwalter Görg als auch der Sprecher der Berggruen Holding, Wolfgang Weber-Thedy, bestätigten das Kaufangebot. Angaben zum Kaufpreis gab es jedoch nicht. Er dürfte „überschaubar“ sein, hieß es von Seiten der Beteiligten. Das Angebot Berggruens beruhe auf einer umfassenden Analyse der gegenwärtigen Lage des Unternehmens Karstadt, berichtete das „Handelsblatt“.

Für die Karstadt-Mitarbeiter dürfte demnach entscheidend sein, dass Berggruen von ihnen keine weiteren Zugeständnisse erwartet.
Weder Lohnverzicht noch Arbeitsplatzabbau seien geplant, sagte Berggruens Sprecher.

Verhandeln will Berggruen demnach jedoch mit der Vermietergruppe der 120 Karstadt-Häuser, hinter der das High-Street-Konsortium steht. „Wir erwarten insbesondere von den Vermietern der Geschäfts- und Büroimmobilien von Karstadt, die mit dem Vorhaben verbundenen Lasten zu gleichen Teilen zu schultern, und damit insbesondere auch die betriebliche Restrukturierung und die langfristige Zukunft des Unternehmens zu sichern“, sagte der Berggruen-Sprecher. Die Einigung mit den Vermietern sei eine Voraussetzung für den Abschluss des Kaufvertrages. Auch das Erlassen der Gewerbesteuer für Karstadt, das in diesen Tagen in Kommunen wie etwa Dresden erneut geprüft wird, ist demnach für Berggruen eine wichtige Voraussetzung für den Kauf.

Karstadt war 2009 zusammen mit seinem Mutterkonzern Arcandor Pleite gegangen, zu dem auch das traditionsreiche Versandhaus Quelle gehörte. Der Insolvenzverwalter will 120 Karstadt-Filialen an einen Bieter verkaufen und so eine Zerschlagung des Unternehmens vermeiden. Karstadt hat rund 26.000 Mitarbeiter. (AFP)

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