Nach Insolvenz : Schleckers Retter soll bis Pfingsten gefunden werden

Schlecker-Insolvenzverwalter Geiwitz drückt aufs Tempo. Während der Abbau von knapp 12.000 Stellen noch nicht durch ist, peilt er an, bis Ende Mai einen Investor an Bord zu haben.

Die Drogeriemarktkette Schlecker sucht einen Investor, der sie rettet.
Die Drogeriemarktkette Schlecker sucht einen Investor, der sie rettet.Foto: dapd

Die Zukunft der insolventen Drogeriekette Schlecker soll bis Ende Mai entschieden sein. „Läuft alles nach Plan, können wir bis Pfingsten mit dem Investorenprozess durch sein“, sagte Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz der „Wirtschaftswoche“. Nach seinen Angaben haben sich bislang rund zwei Dutzend Interessenten gemeldet.

„Aus dem Kreis werden wir in den nächsten Tagen eine Vorauswahl treffen“, kündigte Geiwitz an. „Dann beginnen intensive Verhandlungen. Aber ich bin zuversichtlich, dass wir das hinbekommen.“ Berater bei der Suche ist das Bankhaus Rothschild.

Details nannte Geiwitz nicht, machte aber deutlich, dass er einen Investor mit Handelserfahrung bevorzuge. In einem Interview mit der „Stuttgarter Zeitung“ dementierte der Insolvenzverwalter Berichte über Streit mit wichtigen Gläubigern wie Lieferanten. Es brauche auch einfach Zeit, bis alle Regallücken in den Filialen geschlossen werden könnten. Der Insolvenzverwalter bestätigte, dass die Lieferantenkredite an Schlecker im dreistelligen Millionenbereich liegen.

Die Schlecker-Insolvenz - eine Chronik der Ereignisse
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Zugleich bekräftigte Geiwitz, weiterhin eine Transfergesellschaft für die rund 12.000 Mitarbeiterinnen anzustreben, die ihre Stellen verlieren sollen. Denn ansonsten seine Klagen von Gekündigten durchaus wahrscheinlich. Sparpotenzial sieht Geiwitz bei der Betriebsratsstruktur, die Kosten für über 180 Betriebsratsgremien lägen allein bei 18 Millionen pro Jahr. „Die Gewerkschaft Verdi hat mir zugesagt, dass wir diese extrem aufwendige Struktur künftig normalisieren.“

Verdi und Betriebsräte berieten am Samstag in Kassel über den Sozialplan für die 11.750 Verkäuferinnen, Lagermitarbeiter und andere Beschäftigte, die ihre Jobs verlieren werden. Am Sonntag wollten sie erste Ergebnisse vorlegen. Geiwitz hatte im Vorfeld erklärt, er strebe bis Anfang der Woche Ergebnisse zum Sozialplan an. Nächsten Samstag schließen rund 2000 Filialen.

Ob sie in eine Transfergesellschaft wechseln können, soll unter anderem am Montag in Berlin ausgelotet werden. Die baden-württembergische Landesregierung hat Staatssekretäre und Amtschefs aus den Wirtschaftsressorts eingeladen. Sie sollen über mögliche Bürgschaften für einen 71-Millionen-Euro-Kredit für die Transfergesellschaft diskutieren.

(dpa)

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