Nach Metro-Rückzieher : Benko gibt Hoffnung auf Kaufhof nicht auf

17.01.2012 12:21 Uhr

Update Metro will wegen der aktuellen Verunsicherung auf den Finanzmärkten doch von dem Verkauf der Tochter Kaufhof absehen.

Der Handelskonzern Metro hat völlig überraschend die Gespräche zum Verkauf der Tochter Kaufhof „bis auf Weiteres“ eingestellt. Hintergrund sei die schwierige Lage an den Finanzmärkten, teilte Metro am Dienstag in Düsseldorf mit.

Die aktuelle Lage am Kapitalmarkt biete „keine geeigneten Rahmenbedingungen für eine so wichtige Transaktion“, erklärte der neue Metro-Vorstandsvorsitzende Olaf Koch.

Der Immobilienunternehmer René Benko gibt die Hoffnung auf eine Übernahme der Warenhauskette Kaufhof nicht auf.
„Aufgeschoben ist nicht aufgehoben“, kommentierte Benko die Entscheidung von Metro.

Nach Informationen der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX hatte das österreichische Immobilienunternehmen Signa, dessen Chef Benko ist, 2,1 Milliarden Euro für die Warenhauskette geboten. Signa war von einem baldigen Abschluss des Deals ausgegangen.

Kehrtwende. Metro will Kaufhof im Augenblick lieber doch nicht verkaufen. Foto: dpa
Kehrtwende. Metro will Kaufhof im Augenblick lieber doch nicht verkaufen. - Foto: dpa

Neben Benko, dem die Immobilienholding Signa gehört, hatte auch der Karstadt-Eigentümer Nicolas Berggruen zusammen mit dem Investor Blackstone ein Angebot vorgelegt. Dieses soll aber preislich unter dem von Benko gelegen haben, wie in Branchenkreisen vermutet wird.

Auch der frühere KarstadtQuelle-Chef Wolfgang Urban hatte mit einem Konsortium im Rücken im vergangenen Jahr Interesse bekundet. Bei den Investorengesprächen der Metro zum Kaufhof ging es im vergangenen Monat aber um die Bieter Signa und Berggruen/Blackstone.

Metro, der größte deutsche Einzelhandelskonzern, hatte seit Jahren einen Käufer für Kaufhof gesucht, obwohl die Warenhäuser gewinnbringend sind. Kaufhof hat 139 Filialen, für das Unternehmen arbeiten rund 20.000 Menschen. (dpa/AFP)

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