Nach Porsche Rettung : Katar bekommt zweiten Sitz in VW-Aufsichtsrat

Den Familien Porsche und Piëch droht eine Machtverschiebung im Aufsichtsrat von Volkswagen. Als Gegenleistung für die milliardenschwere Hilfe des Emirats Katar bei der Rettung von Porsche drängen die Scheichs auf einen zweiten Sitz im Kontrollgremium von VW.

Berlin - Es herrsche sogar bereits Einvernehmen darüber, dass Katar „bei nächster Gelegenheit“ einen weiteren Platz im VW-Aufsichtsrat besetzen solle, hieß es am Montag ergänzend aus der niedersächsischen Landesregierung. Bisher hatte es geheißen, im April werde ein Vertreter des Emirats in den Aufsichtsrat einziehen.

Gleichzeitig will VW die Zusammenarbeit mit seinem neuen Großaktionär Katar ausweiten. Dabei soll es um die Bereiche Forschung, Entwicklung und Bildung gehen, wie Europas größter Autobauer beim Besuch einer Wirtschaftsdelegation im Golfemirat am Montag mitteilte. Mittelfristig soll ein gemeinsames Testlabor für Fahrzeugmaterialien entstehen und die Studiengänge an der Universität Katar und der Autouniversität in Wolfsburg erweitert werden.

Katar ist im Zuge der Übernahme von Porsche durch VW im vergangenen Jahr bei beiden Autobauern eingestiegen. Das Emirat hält zehn Prozent der Porsche-Aktien und einen Anteil von rund 17 Prozent bei VW. Porsche soll als zehnte Marke in den VW-Konzern integriert werden. HB/dpa

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