Nach Solon-Pleite : Auch Solar Millennium beantragt Insolvenz

Vor einer Woche gab mit Solon der einstige Hoffnungsträger der Berliner Industrie auf. Mit der Pleite von Solar Millennium aus Süddeutschland setzt sich die Konsolidierung im Markt nun fort.

Im Mai lud Solar Millennium seine Aktionäre zur Hauptversammlung.
Im Mai lud Solar Millennium seine Aktionäre zur Hauptversammlung.Foto: dpa

Der wirtschaftlich angeschlagene Solarkraftwerk-Hersteller Solar Millennium hat die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt. Das teilte das Unternehmen am Mittwoch in Erlangen mit.

Solar Millennium hatte in den vergangenen Monaten immer wieder schlechte Nachrichten verkündet, vor allem mit Blick auf Großprojekte in den USA. Auch bei einem Kraftwerk in Spanien gab es Schwierigkeiten mit der Finanzierung, wie das Unternehmen nur wenige Stunden vor dem Antrag auf ein Insolvenzverfahren beim Amtsgericht Fürth mitteilte.

Solar Millennium begründete den Schritt damit, dass ein wichtiger Vertrag über den Verkauf der US-Projektpipeline nicht abgeschlossen werden konnte. Zwar bestehe weitgehendes Einvernehmen über die Transaktion, auch seien wesentliche Verträge bereits unterzeichnet. Doch seien einzelne Bedingungen für die Wirksamkeit der Absprachen bislang nicht eingetreten. Ebensowenig hätten Höhe und Zeitpunkt der Zahlungsflüsse verbindlich bestätigt werden können.

Hinzu kommt nach Angaben von Solar Millennium, dass auch intensive Verhandlungen mit Investoren über einen Einstieg in das Projekt Ibersol in Spanien nicht zum Erfolg führten. Der Versuch, das Projekt über einen öffentlichen Fonds zu finanzieren, sei gescheitert. „Beide Transaktionen hätten über den aktuellen Liquiditätsbedarf hinaus Mittel generiert, die die Basis für eine Weiterentwicklung der Gesellschaft gelegt hätten“, teilte Solar Millennium mit.

Erst vergangene Woche hatte mit Solon ebenfalls eines der großen deutschen Solar-Unternehmen Insolvenz angemeldet. Die Firma, die in Berlin mehr als 500 Menschen beschäftigt, hatte es nicht geschafft, ihren enormen Schuldenberg abzutragen. Bund, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern hatten dem Hersteller von Solarmodulen eine Kreditbürgschaft 146 Millionen Euro gewährt. (dpa/Tso)

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