Wirtschaft : Nach Umstrukturierung mehr Gewinn - Elektronikmärkte Media Markt und Saturn besonders erfolgreich

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Die Metro AG, Köln, konnte das Geschäftsjahr 1999 nach ihrer grundlegenden Umstrukturierung erfolgreich abschließen. Das ist dem am Donnerstag vorgelegten Zwischenbericht des weltweit drittgrößten Handelskonzerns zu entnehmen. Der Umsatz ging zwar nach Ausgliederung und Verkauf von Randgeschäftsfeldern - gemessen an 1998 - von 91,7 Milliarden Mark auf netto 85,63 Milliarden Mark zurück, flächenbereinigt stiegen die Erlöse jedoch um 5,3 Prozent. Wichtiger aber ist, dass der Konzern sein Geschäftsergebnis um 19 Prozent auf 1,35 (1,13) Milliarden Mark steigern konnte. "In den Kerngeschäftsfeldern entsprach das Konzernergebnis - unter Berücksichtigung der Anlaufverluste aus der Internationalisierung, Integrationsaufwendungen und den Investitionen in die Konzeptumsetzungen - insgesamt den Erwartungen", kommentiert der Vorstand die Entwicklung.

Auslandsanteil steigt

Mit Blick auf die schwache Konsumkonjunktur in Deutschland weist das Unternehmen darauf hin, dass der Konzern seine Präsenz im Ausland erhöht hat. So erzielt die Metro AG inzwischen 39,1 (37) Prozent ihres Umsatzes in 20 Ländern. Besonders hoch ist der Auslandsanteil der Cash & Carry-Märkte. Von den in dieser Sparte erzielten 38 Milliarden Mark Umsatz (plus 5,5 Prozent) wurden 27,5 Milliarden Mark (über 70 Prozent) im Ausland gemacht und nur 9,9 Milliarden Mark in Deutschland. Das Ergebnis des Cash & Carry-Bereichs konnte sich laut Zwischenbericht "erwartungsgemäß verbessern". Konkrete Zahlen wurden nicht genannt. Auch den Elektronikmärkten (Media Markt und Saturn) ist es 1999 gelungen, das Ergebnis bei einer flächenbereinigten Erhöhung des Umsatzes um 6,6 Prozent auf zwölf (9,9) Milliarden Mark zu steigern. Rückläufig war dagegen die Ertragsentwicklung der Praktiker-Baumärkte, die sich in einer grundlegenden Umstrukturierung, verbunden mit der Schließung kleinerer Märkte, befinden. Hier sank der Umsatz flächenbereinigt um 4,2 Prozent auf 4,89 Milliarden Mark. Die Warenhäuser haben ihr Ergebnis laut Zwischenbericht - bereinigt um die Übertragung von 143 Kaufhalle und 25 Kaufhof-Filialen an die Verwertungsgesellschaft Divaco - ebenfalls ausgebaut. Flächenbereinigt konnte der Umsatz der 130 Filialen mit einem Plus von 0,3 Prozent auf 7,82 Milliarden Mark nahezu konstant gehalten werden. Die Entwicklung des Lebensmitteleinzelhandels (Real, Extra) war 1999 geprägt von den Integrationskosten für die Töchter Allkauf und Kriegbaum sowie die Aufwendungen für die Internationalisierung. Der Ertrag habe deutlich unter Vorjahr gelegen, heißt es. Der Umsatz stieg um 1,5 Prozent auf 21,35 Milliarden Mark.

Gegen den Trend der Börse ingsgesamt erhöhte sich der Kurs der Metro-Aktie am Donnerstag um mehr als zwei Prozent auf über 42 Euro. Ein Analyst der DG-Bank bescheinigt Metro ein Kurspotenzial von fünf Prozent. Mit seinem vorgelegten Ergebnis habe das Unternehmen leicht über den Erwartungen gelegen. Der Name des Handelskonzern war seit Jahresbeginn in Übernahmegerüchten aufgetaucht. Sowohl die Familiengesellschafter als auch der Vorstand hatten jedoch stets Presseberichte dementiert, wonach der weltgrößte US- Handelskonzern Wal Mart an Metro interessiert sei sowie eine Fusion mit dem britischen Handelskonzern Kingfisher geprüft werde. Metro-Gründer Otto Beisheim hält gemeinsam mit den Familien Schmidt- Ruthenbeck und Haniel über eine Holding die Aktienmehrheit an der rund 200 000 Mitarbeiter zählenden Metro AG.

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