Nach Verizon-Deal : Telekom wehrt sich gegen Vodafone

Die Deutsche Telekom hat für die kommenden Jahre massive Investitionen in ihr Netz angekündigt. Dabei soll unter anderem die Glasfaser-Abdeckung verdoppelt werden. 2016 sollen 24 Millionen Haushalte und Gewerbe Zugang zu Glasfaser-Anschlüssen haben – 2012 waren es erst zwölf Millionen. „Ohne Qualitätsführerschaft haben wir keine Zukunft“, sagte Konzernchef René Obermann am Dienstag in Berlin. „Die Datenautobahn von heute ist, wenn man nichts tut, schon morgen ein Feldweg.“

Für die Umsetzung seiner Pläne will der Konzern bis 2015 fast zwölf Milliarden Euro ausgeben. Das Ziel ist, die Geschwindigkeit der VDSL-Anschlüsse mit der sogenannten Vectoring-Technik zu verdoppeln. Beim schnellen LTE-Mobilfunk will die Telekom die Abdeckung bis 2015 auf 60 Prozent ausbauen.

Der jüngste Mega-Deal des Konkurrenten Vodafone zeigt, dass die Bonner dringend investieren müssen. Vodafone hatte für 130 Milliarden Dollar seinen Anteil am Gemeinschaftsunternehmen mit dem US-Mobilfunker Verizon verkauft. Es sei zu erwarten, dass ein Teil dieses Geldes nach Deutschland fließen werde, sagte Telekom-Deutschlandchef Niek Jan van Damme. „Wir machen uns natürlich Gedanken, was das für die Deutsche Telekom bedeutet.“ Vodafone müsse aber erstmal zeigen, dass sie in der Lage seien, das hier investierte Geld wieder zu verdienen.

Vodafone macht der Telekom bereits die Führung im Mobilfunk streitig und legt sich mit dem elf Milliarden Euro teuren Kauf von Kabel Deutschland noch die schnellste Internet-Infrastruktur im Land zu. Auf Europas größtem Telekom-Markt kann Vodafone dank der Übernahme bald superschnelle Internet-Anschlüsse und Mobilfunk aus einer Hand anbieten – bislang eine Domäne der Telekom. dpa/rtr

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