Wirtschaft : Nachbesserungen an Agenda 2000 gefordert

BONN (Sp).Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) hat wesentliche Nachbesserungen an der EU-Agrarreform Agenda 2000 gefordert."Die Vorschläge der EU-Kommission reichen für eine flächendeckend umweltverträgliche Politik nicht aus", sagte NABU-Geschäftsführer Gerd Billen am Mittwoch in Bonn.Gleichwohl lobte Billen die Agenda 2000 als "einen Schritt in die richtige Richtung." Der Naturschutzbund fordert, daß die Landwirte künftig ökologische Mindeststandards einhalten müssen.EU-Subventionen sollen nur dann fließen, wenn die Bauern sich an strengere Umweltauflagen hielten.Die EU dürfe sich nicht weiterhin drücken, diese Mindeststandards klar zu definieren.Bisher genügt es, daß Landwirte sich an der "guten fachlichen Praxis" orientieren.Nirgends werde genau erläutert, was darunter zu verstehen sei."Das reicht uns nicht", führte Christof Weins, NABU-Agrarreferent aus.So müßte beispielsweise die Düngemittelverordnung klarer reglementieren, welche Chemikalien nicht eingesetzt werden dürften.Stärker als bisher müsse es honoriert werden, wenn Landwirte freiwillig auf die Einhaltung von Umweltstandarts achteten.

Der NABU fordert eine Neuordnung des Prämiensystems.Von der bisherigen Verteilung der Zuschüsse profitieren vor allem die großen Betriebe, die aller Erfahrung zufolge effizienter arbeiten und weniger Interesse daran haben, ökologisch verträgliche Methoden anzuwenden.An diesem System halten vor allem die Betriebe in den neuen Bundesländern fest, die als Nachfolger der LPGs oft mehrere tausend Hektar Land bewirtschaften."Wir sind gegenüber der Betriebsgröße im Prinzip leidenschaftslos", sagte Billen.Der NABU wolle sich nicht in politische Debatten einmischen, sondern dafür sorgen, daß Landwirte unterstützt werden, die die Umwelt schonen, auch wenn sie so geringere Erträge erzielen."Flächenprämien" seien ökologischer als "Mengenprämien", die zur Produktion von Überschüssen anregten.

Der NABU will den Agrarhaushalt umschichten.Ein Viertel der 80 Mill.DM jährlicher EU-Zuschüsse sollten in die ländliche Entwicklung fließen.Das Geld solle für Umweltprogramme verwendet werden.Der ökologische Landbau müsse ausgebaut, die regionale Vermarktung und Verarbeitung landwirtschaftlicher Erzeugnisse unterstützt werden.So werde der ländliche Raum lebenswerter.Gezielt könnten diejenigen Landwirte unterstützt werden, die zur Erhaltung der Artenvielfalt beitragen.

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