Wirtschaft : Nachgelesen!

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Die britischen Konservativen haben vergangene Woche Margaret Thatcher und ihre Regierungsübernahme vor 25 Jahren gefeiert. Die frühere Premierministerin hat Großbritannien in ihrer elfjährigen Amtszeit zu einem modernen und erfolgreichen Land gemacht. Als Lady Thatcher an die Macht kam, litt Großbritannien unter hoher Arbeitslosigkeit und grassierender Inflation. Die „Eiserne Lady“ setzte der sozialistischen Politik früherer Regierungen ein Ende: „Die britische Krankheit mit Sozialismus zu bekämpfen, gleicht dem Versuch, Leukämie mit Blutegeln zu heilen“, behauptete Thatcher damals.

Stattdessen liberalisierte sie die Wirtschaft: Sie senkte die Steuern, privatisierte die Staatsunternehmen und setzte sich gegenüber den mächtigen Gewerkschaften durch. Daneben machte Thatcher aus ihrer Abneigung gegen ein vereintes Europa keinen Hehl. Ihre Skepsis erklärte sich aus ihrer Abscheu gegenüber Sozialismus und Bürokratismus. „Wir haben nicht erfolgreich den Staat in unserem Land zurückgedrängt, damit er nun auf europäischem Niveau erstarkt – mit einem mächtigen europäischen Superstaat“, sagte sie. Was die Außenpolitik betraf, sollten die demokratischen Staaten einen harten Kurs gegenüber Aggressoren fahren, fand Thatcher. Nachdem Saddam Hussein in Kuwait eingefallen war, soll sie dem zögerlichen USPräsidenten George Bush gesagt haben: „Das ist nicht der richtige Zeitpunkt, um zu schwanken“. Sie hatte sogar ein Rezept zur Bekämpfung des Terrorismus: „Demokratische Staaten müssen einen Weg finden, Terroristen und Entführer um die für sie so zentrale öffentliche Aufmerksamkeit zu bringen.“ Und schließlich sagte sie an die Adresse von Politikern gewandt, die sich nur nach der öffentlichen Meinung richten: „Wenn Sie nur danach streben, beliebt zu sein, werden Sie bereit sein, jederzeit und bei jedem Thema einen Kompromiss zu schließen. Sie werden nichts erreichen.“ Am berühmtesten ist aber vielleicht ihre Replik, die sie auf einem Parteitag gab, als ihr wirtschaftsliberaler Kurs in Frage gestellt wurde: „Sie können sich davon abkehren, wenn Sie möchten. Die Lady ist nicht für eine Abkehr.“ Die konsenshörigen Politiker unserer Tage sollten sich das zu Herzen nehmen.

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