Wirtschaft : Nachhilfe beim Sparen

Experte warnt vor einer wachsenden Rentenlücke

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Berlin - Sparpakete, Sparpläne, Sparanstrengungen: Es wird viel über das Sparen geredet derzeit. Bernd Katzenstein, Sprecher des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA), hält es trotzdem oder gerade deshalb für sinnvoll, erst mal Grundsätzliches zum Thema zu klären. „Sparen, das heißt, Konsum aufzuschieben“, sagt er am Dienstag bei der Vorstellung der von seinem Institut angefertigten Studie „Die Kaufkraft der Renten“. Deren Fazit: Zu wenig Leute sorgen für das Alter vor und wenn doch, dann nicht ausreichend.

Das Ergebnis wundert wenig, schließlich wurde das DIA 1997 von der Deutschen Bank gegründet, die ein natürliches Interesse daran hat, dass Menschen ihr Geld anlegen und nicht verprassen.

Die Statistiker haben am Dienstag allerdings Zahlen in Gepäck, um ihre These zu untermauern. In ihrer Studie haben sie – wie sie sagen, erstmals – berechnet, wie sich die Inflation speziell für Rentner auswirkt. Dabei kommen sie zu dem Schluss, dass nicht nur die Rentenreform das Einkommen der Rentner deutlich sinken ließ, sondern auch, dass durch „überproportional steigende Kosten etwa für Gesundheit und Pflege“ ihre Kaufkraft weiter geschmälert wird. Kurz gesagt: Die Rentenlücke wächst. Um sie zu schließen, müssten nicht wie bisher empfohlen 4,1 bis 5,5 des Bruttoeinkommens privat gespart werden, sondern 4,9 bis 8,4 Prozent.

Um auch im Alter bequem leben zu können, empfehlen die Wissenschaftler je nach Einkommen und Immobilienbesitz sogar sieben bis zwölf Prozent des Bruttogehalts zu sparen. Über das wo und wie schweigt sich das Institut allerdings fairerweise aus.Moritz Honert

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