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Arbeit nachholen: Winterchaos entschuldigt kein Zuspätkommen



Berufstätige müssen auch bei Eis und Schnee auf den Straßen pünktlich zum Dienst erscheinen. Grundsätzlich dürfe der Arbeitgeber Beschäftigten für die versäumte Zeit den Lohn kürzen, wenn sie wegen des derzeitigen Winterwetters zu spät zur Arbeit kommen, sagte der Arbeitsrechtler Stefan Lunk aus Hamburg. Alternativ könne der Chef Mitarbeiter zum Ausgleich Überstunden machen lassen. „In der Praxis sieht das dann häufig so aus, dass man dann die Arbeitszeit nachholt“, erläuterte das Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Arbeitsrecht im Deutschen Anwaltverein. Wer wegen des Schnees 15 Minuten zu spät erscheint, muss laut Lunk aber kaum fürchten, dass der Arbeitgeber das Gehalt kürzt. Erst bei „erheblichen Verspätungen“ dürften Chefs zu diesem Mittel greifen. dpa

Nur wenige Betriebe bieten Fortbildungen für Ältere

Weiterbildungen für ältere Mitarbeiter gibt es in deutschen Unternehmen nur selten. Darauf weist das Institut der deutschen Wirtschaft in Köln hin. Es beruft sich auf eine GfK-Studie, für die 3107 Beschäftigte im Alter über 50 Jahren und 393 Personaler befragt wurden. Demnach bietet nur jeder siebte der befragten Betriebe (14 Prozent) spezielle Fortbildungen für Ältere an. Dabei wünscht sich die Mehrheit von ihnen solche Angebote: 70 Prozent halten sie für wichtig oder sehr wichtig. Das mangelnde Angebot hängt womöglich damit zusammen, dass Ältere bei Personalern hinsichtlich Fortbildungen oft als eher lernfaul gelten. Rund die Hälfte der befragten Arbeitgeber hält ältere Mitarbeiter diesbezüglich für weniger motiviert als Jüngere. dpa

Familie und Beruf: Etwa jedes dritte Unternehmen ist familienfreundlich

Deutschland liegt beim Anteil von familienfreundlichen Unternehmen in einem Vergleich von sechs europäischen Ländern nur auf dem vierten Platz. Etwa 37 Prozent der Unternehmen in Deutschland haben laut dem Europäischen Unternehmensmonitor eine „ausgeprägt familienfreundliche Einstellung“. Das geht aus der am Mittwoch in Berlin vorgelegten Studie des Bundesfamilienministeriums, der Robert-Bosch-Stiftung und des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln hervor. Spitzenreiter ist demnach Schweden mit 62 Prozent, gefolgt von Italien mit 55 Prozent und Frankreich, wo noch knapp die Hälfte der Firmen familienfreundlich eingestellt ist. Auf den letzten Plätzen landeten Polen und Großbritannien. kna

Kranke gehen oft den Kollegen zuliebe zur Arbeit

Wenn Berufstätige krank zur Arbeit gehen, tun sie das nicht selten ihren Kollegen zuliebe. Das ist zumindest das Ergebnis einer Online-Befragung der Universität Wuppertal, die im Auftrag der Krankenkasse Barmer GEK fast 5000 Männer und Frauen befragt hat. Jeder Sechste (17,3 Prozent) davon nannte Teamgeist und Teamverpflichtung als entscheidendes Motiv, trotz einer Erkrankung zum Dienst zu erscheinen. Noch stärker treibt das eigene Pflichtgefühl die Befragten dazu, sich krank zur Arbeit zu schleppen: Gut jeder Fünfte (22,5) nannte dies als Begründung. Die Befragten waren im Durchschnitt 43 Jahre alt, zwei Drittel von ihnen Frauen. Sie arbeiten mehrheitlich in den Branchen Gesundheitswesen und öffentlicher Dienst (jeweils rund 18 Prozent), Industrie (rund 12 Prozent) sowie Handel, Handwerk und Informationstechnologie (insgesamt 11 Prozent). Befragt wurden sie von Mitte März bis Ende Mai 2010. dpa

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