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Freie Ausbildungsplätze: Bewerber nutzen Nachvermittlung nicht



Viele Jugendliche nutzen die Nachvermittlung von Lehrstellen nicht – dabei können Spätstarter auch jetzt noch einen Ausbildungsplatz finden. „Die Chancen in der Nachvermittlung sind so gut wie nie“, sagt Thilo Pahl, Ausbildungsexperte vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) in Berlin. Viele ließen diese Chancen aber ungenutzt: In diesem Jahr seien weniger als die Hälfte (46 Prozent) der Jugendlichen zur Nachvermittlung gekommen, die von den Kammern dazu eingeladen wurden. Das sei der niedrigste Wert, den der DIHK seit 2005 verzeichnet hat. Jugendliche müssten aber nicht aufgeben, wenn sie bislang bei der Lehrstellensuche leer ausgegangen sind. In vielen Regionen gebe es immer noch unbesetzte Plätze. Die gesunkene Zahl der Schulabgänger habe sich positiv auf das Verhältnis zwischen Bewerbern und Stellen ausgewirkt. dpa

Arbeitsbedingungen: Jeder Dritte

ist unzufrieden mit seinem Job

Jeder dritte Arbeitnehmer in Deutschland ist einer neuen Studie zufolge mit seinem Job unzufrieden. Laut dem in dieser Woche veröffentlichten DGB-Index „Gute Arbeit“ 2010, stufen 33 Prozent der Befragten den eigenen Arbeitsplatz als „mangelhaft“ ein. Lediglich 15 Prozent empfinden die Arbeit als nicht belastend. Etwa jeder Zweite (52 Prozent) beschrieb seinen Job als mittelmäßig. Als Gründe werden vor allem das unzureichende Einkommen oder berufliche Unsicherheit genannt. Ausgewertet wurden in diesem Jahr die Daten von 4150 Befragten. Vor allem die prekär Beschäftigten, also Vollzeit Beschäftigte mit einem Einkommen bis zu 2000 Euro brutto, leiden offenbar unter ihren Arbeitsbedingungen: 51 Prozent beschreiben sie als schlecht und nur 8 Prozent als gut. epd

Urteil: Bei 48-Stundenwoche haben Mitarbeiter Anspruch auf Ausgleich

Arbeitnehmer im öffentlichen Dienst haben nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) bei einer Wochenarbeitszeit von mehr als 48 Stunden einen Anspruch auf Ausgleich. Ein Beschäftigter könne sich dazu auf die EU-Arbeitszeitrichtlinie berufen, erklärt der EuGH. „Der Anspruch darf auch nicht davon abhängig gemacht werden, dass der Arbeitnehmer zuvor einen Antrag auf Einhaltung dieser Bestimmung bei seinem Arbeitgeber gestellt hat“, hieß es weiter. (Aktenzeichen: C-249/09). Geklagt hatte ein Feuerwehrmann der Stadt Halle, dessen Dienstplan regelmäßig eine Wochenarbeitszeit von 54 Stunden vorsah. Der EuGH erklärte, es sei Sache des Mitgliedstaates, zu bestimmen, ob die Überstunden finanziell oder in Form von Freizeit abgegolten werden müssten.rtr

Arbeitende Väter: Jeder siebte fühlt sich unsicher mit dem Nachwuchs

Wegen ihres Jobs verbringen viele Männer nur wenig Zeit mit ihren Kindern. Das hat eine repräsentative Umfrage der GfK-Marktforschung in Nürnberg ergeben. 45 Prozent der berufstätigen Väter von Kindern unter sechs Jahren gaben an, dass sie aufgrund ihrer Arbeit den Nachwuchs „viel zu selten“ sehen. 9 Prozent der Väter räumten ein, „eher selten“ mit ihrem Kind zu spielen. Jeder Siebte (14 Prozent) fühlte sich entsprechend „unsicher“ mit seinem Nachwuchs. Drei von zehn (30 Prozent) haben ab und zu auch den Eindruck, die Bindung zwischen Mutter und Kind sei stärker als zwischen ihm selbst und dem Kind. Im Auftrag der Zeitschrift „Baby und Familie“ befragte die GfK 104 Väter von Kindern im Alter bis sechs Jahre. dpa

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