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ThyssenKrupp will Schulden bremsen

Essen - Der neue Thyssen-Krupp-Chef Heinrich Hiesinger will angesichts hoher Schulden die Ausgaben deutlich senken. Der Schuldenabbau habe für den Stahlkonzern „höchste Priorität“, sagte der erst seit drei Wochen amtierende Vorstandsvorsitzende am Freitag. Vor allem die Anlaufkosten für die neuen Stahlwerke in Brasilien und den USA haben den Schuldenstand im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres um gut zwei Milliarden Euro auf 5,8 Milliarden Euro in die Höhe getrieben. Der Überschuss des Konzerns brach im gleichen Zeitraum um fast die Hälfte auf 101 Millionen Euro ein. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) lag mit 273 Millionen Euro auf Vorjahresniveau. dpa

Bundestag beschließt Anlegerschutz Berlin - Bankkunden sollen künftig besser vor falscher Bankberatung geschützt sein. Ein am Freitag vom Bundestag beschlossenes Gesetz sieht dazu unter anderem vor, dass Beipackzettel für Finanzprodukte künftig klar und einheitlich vor den Risiken warnen. Außerdem müssen Bankberater nun ihre Qualifikation nachweisen und sich in einer zentralen Datei der Finanzaufsicht Bafin registrieren lassen. Die Regierung bezeichnet das Gesetz als einen „Quantensprung“, die Opposition hält es für „mager“. AFP

Brüssel prüft bei Lufthansa

Brüssel - Die Deutsche Lufthansa ist ins Visier der Brüsseler Wettbewerbshüter geraten. Die EU-Kommission teilte am Freitag mit, sie überprüfe Absprachen beim Ticketverkauf von Lufthansa und Turkish Airlines. Die Wettbewerbshüter nahmen zudem kartellrechtliche Ermittlungen zu einem anderen Fall auf, der die TAP Portugal und Brussels Airlines betrifft. In beiden Fällen geht es um Vereinbarungen beim sogenannten Codesharing, bei dem eine Airline Sitze in Flugzeugen einer anderen Gesellschaft verkauft. Das ist zwar möglich, darf aber den freien Wettbewerb in der EU nicht behindern. dpa

Gasprom verteuert Gas für Europa Moskau - Der russische Staatskonzern Gasprom will 2011 wieder mehr Gas nach Europa pumpen – und das zu einem deutlich höheren Preis. Der durchschnittliche Gaspreis werde in diesem Jahr im Vergleich zu 2010 voraussichtlich um 15 Prozent auf 352 US-Dollar (258,7 Euro) pro 1000 Kubikmeter steigen, teilte der Konzern am Freitag mit. Dabei will der vom Kreml kontrollierte Monopolist die Gaslieferungen nach Europa um 9,3 Prozent auf 151,5 Milliarden Kubikmeter erhöhen. 2010 hatten europäische Kunden 138,6 Milliarden Kubikmeter russisches Gas abgenommen, 1,5 Prozent weniger als 2009. dpa

Schäuble dringt auf EU-Pakt

Berlin - Deutschland und Frankreich bestehen in den Verhandlungen über eine Stabilisierung der Euro-Zone auf eine Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit aller Länder. „Wir werden das Thema vorantreiben, Entscheidungen aber erst treffen, wenn wir uns auf ein Gesamtpaket verständigt haben“, sagte Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) am Freitag nach einem Gespräch mit seiner französischen Kollegin Christine Lagarde. Lagarde sagte, die EU-Finanzminister wollten bis zum Euro-Sondergipfel am 11. März ein umfassendes Paket aushandeln. Die SPD-Fraktion im Bundestag kritisierte die Bundesregierung wegen ihrer Informationspolitik. Das Bundeskanzleramt wolle den Bundestag offenbar nicht darüber unterrichten, welche Strategie Deutschland bei dem Treffen verfolge, sagte der europapolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Michael Roth. ame/rtr/AFP

BGH urteilt über Lockvogelangebote Karlsruhe - Der Bundesgerichtshof (BGH) hat den Schutz vor Lockvogelangeboten verstärkt: Händler dürfen nur dann mit Billigangeboten werben, wenn diese auch eine bestimmte Zeit lang vorrätig sind. Der BGH gab damit einer Klage der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen gegen den Discounter Lidl recht. Die Supermarktkette hatte mit Flachbildschirmen und billiger irischer Butter geworben. In manchen Märkten waren die Bildschirme jedoch schon morgens ausverkauft (Az. I ZR 183/09). Der BGH entschied nun: Lidl darf nicht für Lebensmittel werben, wenn die Produkte nicht mindestens einen Tag lang vorrätig sind. dpa

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