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SPD-Mann wird Merkels Sherpa

Berlin - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) macht nach einem „Spiegel“-Bericht den Sozialdemokraten Jörg Asmussen zu ihrem Berater bei globalen Finanzfragen. Der Finanzstaatssekretär solle bis mindestens Ende Juni als sogenannter Sherpa die G-20-Runden der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer vorbereiten, berichtet das Magazin. Die Position ist besonders sensibel, weil dafür ein enges Vertrauensverhältnis zur Regierungschefin nötig ist. Merkels bisheriger Wirtschaftsberater Jens Weidmann wechselt an die Spitze der Bundesbank. Eine Regierungssprecherin sagte auf Anfrage, es gebe keine Festlegungen. Dass Merkel ausgerechnet einen SPD-Mann ausersehen haben soll, dürfte ihr in den eigenen Reihen nicht nur Zustimmung einbringen. Besonders in der Union gibt es Vorbehalte gegen den Beamten, der schon für die SPD-Finanzminister Eichel und Steinbrück arbeitete. dpa

Weniger Banken-Checks vor Krise

Berlin - Die Banken in Deutschland sind vor der Finanzkrise offensichtlich bei bestimmten Prüfungen seltener von der Bankenaufsicht unter die Lupe genommen worden. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen im Bundestag hervor. Während die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) 2005 noch 335 Sonderprüfungen, etwa zur Eigenmittelausstattung, veranlasste, waren es 2006 noch 287 Prüfungen, 2007 dann 280 und 2008 noch 244 Prüfungen, berichtete der „Spiegel“. Mitarbeiter der Bundesbank oder der Bafin sahen sich 2005 noch 202 Sitzungen der Kontrollgremien von Kreditinstituten an, während es 2008 noch 146 waren. dpa

Grüne gegen HEM-Tankstellen

Berlin - Die Grünen-Politikerin Bärbel Höhn hat zum Boykott von Tankstellen der Marken Tamoil und HEM in Deutschland aufgerufen. Diese seien im Besitz Libyens und des Machthabers Muammar al Gaddafi. „Ein Boykott gegen Tankstellen in libyschem Besitz ist zwar nur ein symbolischer Akt, zeigt aber, dass wir mit dem Diktator nichts mehr zu tun haben wollen“, sagte Höhn der „Bild“-Zeitung. Es müsse auf allen Ebenen gezeigt werden, dass es keine weitere Zusammenarbeit mit Gaddafi geben dürfe. AFP

Bis zu 6000 neue Stellen bei VW

Mainz - Der Automobilkonzern VW will in den kommenden sechs bis acht Jahren weltweit etwa 50 000 neue Arbeitsplätze schaffen. Davon sollten 5000 bis 6000 Stellen in Deutschland entstehen, sagte Vorstandschef Martin Winterkorn am Freitagabend im ZDF. Von der Schaffung neuer Arbeitsplätze würden alle deutschen Standorte profitieren. Das Wachstum gehe weiter, sagte Winterkorn. Dabei werde vor allem China „Wachstumsmotor für die Automobilindustrie“ bleiben. Der Konzern hatte am Freitag mitgeteilt, 2010 das erfolgreichste Jahr seiner Geschichte hingelegt zu haben. Mit seinem Kerngeschäft machte der Autobauer aus Wolfsburg im vergangenen Jahr 7,1 Milliarden Euro Gewinn. AFP

Arbeitnehmer fürchten Grenzöffnung

Berlin - Drei Viertel der Arbeitnehmer blicken einer Umfrage zufolge besorgt auf die am 1. Mai anstehende Öffnung des Arbeitsmarktes für Osteuropäer. Besonders ausgeprägt sei die Angst in den neuen Bundesländern, berichtet die „Welt am Sonntag“ unter Berufung auf eine Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK). Demnach fürchten wegen der so genannten Arbeitnehmerfreizügigkeit in ganz Deutschland 73 Prozent den Verlust von Arbeitsplätzen, im Osten sogar knapp 79 Prozent. Ab Mai haben Arbeitnehmer aus den acht 2004 beigetretenen EU-Ländern freien Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt. dpa

Conergy-Aktionäre billigen Rettung

Hamburg - Das hochverschuldete Solarunternehmen Conergy hat einen wichtigen Schritt zu seiner Rettung gemacht. Bei einer außerordentlichen Hauptversammlung stimmten am Freitag in Hamburg die Aktionäre für eine tiefgreifende Neuordnung der Finanzen. Diese sieht einen harten Kapitalschnitt im Verhältnis acht zu eins und eine anschließende Kapitalerhöhung vor. So sollen die Schulden um 188 Millionen auf zunächst 135 Millionen Euro gesenkt werden. Der Conergy-Vorstand sieht darin die einzige Chance für eine „echte Zukunft“ des seit gut drei Jahren ums Überleben kämpfenden Unternehmens. Conergy habe sich schlicht übernommen, bekannte Finanzvorstand Sebastian Biedenkopf. Conergy kam 2010 erstmals seit 2006 wieder auf ein positives Ergebnis, unter dem Strich stand aber dennoch ein Verlust von 42 Millionen Euro. dpa

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