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Mehr als jedes zweite EU-Land

hat Mindestlöhne angehoben



Mehr als die Hälfte der EU-Länder hat die gesetzlichen Mindestlöhne in den vergangenen Monaten angehoben – wegen der Nachwehen der Wirtschaftskrise aber meist nur gering. Erhöht haben insgesamt 14 der 27 EU-Partner. Slowenien steigerte seinen Mindestlohn um gut 25 Prozent. In Luxemburg, Polen, Ungarn, Lettland und Rumänien lag das Plus zwischen vier und elf Prozent. Insgesamt gibt es in 20 der 27 EU-Staaten einen allgemeinen gesetzlichen Mindestlohn. In Deutschland gibt es nur branchenspezifische Lohnuntergrenzen. Der WSI-Studie zufolge hat Luxemburg mit 10,16 Euro den höchsten Mindestlohn in Europa. Der britische Mindestlohn beträgt umgerechnet 6,91 Euro. In den südeuropäischen EU-Staaten liegt das Niveau zwischen 2,92 Euro in Portugal und 4,28 Euro in Griechenland. Reuters

Spitzenunternehmen: Nur 21 Frauen in Top-Positionen

Die Führungsetagen der deutschen Wirtschaft sind weiter fest in Männerhand – Ende Januar waren nur 21 von 668 Spitzenpositionen der börsennotierten Unternehmen mit Frauen besetzt. Das entspricht einem Anteil von 3,1 Prozent, wie eine Studie der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung ergab. Zu ähnlichen Ergebnissen kamen zuletzt auch andere Untersuchungen. Die Präsenz der Frauen im Top-Management hat sich laut der Stiftung im Vergleich zu den Vorjahren 2009 und 2010 (jeweils drei Prozent) kaum verändert. Vor zehn Jahren hatten sich die Unternehmen selbst verpflichtet, mehr Frauen in Top-Positionen zu bringen. Nur 17 der 160 untersuchten börsennotierten Konzerne haben mindestens eine Frau im Vorstand. dpa

Leiharbeiter fühlen sich aus der Gesellschaft ausgeschlossen

Leiharbeiter und befristet Beschäftigte fühlen sich schlechter in die Gesellschaft integriert als unbefristet Beschäftigte. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung, die das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Berlin vorstellte. Am stärksten empfinden demnach Selbstständige, ein vollwertiger Teil der Gesellschaft zu sein. Ein fehlendes Integrationsempfinden wirkt sich laut der Studie negativ auf die Betroffenen selbst und auf die Allgemeinheit aus. Die Arbeitnehmer fühlten sich eher physisch und psychisch angeschlagen. Das Empfinden fördere außerdem aggressives und strafbares Verhalten und verringere die Motivation, anderen zu helfen und sich sozial und politisch zu engagieren. Mittlerweile erfolge etwa die Hälfte aller Einstellungen zunächst auf Basis eines befristeten Vertrags. dpa

Ältere Bewerber sind oft nicht selbstbewusst genug

Ältere Bewerber sind im Vorstellungsgespräch oft nicht selbstbewusst genug. Damit verspielen sie leicht ihre Chancen. „Viele treten da zu ängstlich auf – damit vermitteln sie dem Personaler letztlich, dass sie der Falsche sind“, sagt Peter Krötenheerdt vom Berufsverband für Trainer, Berater und Coaches (BDVT) in Köln. Ältere seien bei einem Stellenwechsel oder beim Wiedereinstieg in den Beruf häufig zu selbstkritisch. „Man muss aber von sich überzeugt sein, um dem Personaler zu überzeugen.“ Viele Bewerber in der Altersgruppe „50 plus“ reagierten zu zaghaft, wenn der Personaler sie etwa fragt, ob sie den Stellenanforderungen entsprechen. Jüngere seien in diesem Punkt meist viel sorgloser und beantworteten eine solche Frage mit einem klaren „Ja“. dpa

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