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DGB-Studie verzeichnet hohes Entlassungsrisiko bei Zeitarbeitern

Trotz anziehender Konjunktur haben Beschäftigte von Leiharbeitsfirmen nach einer Untersuchung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) ein besonders hohes Entlassungsrisiko. Zwar liege die Zahl der Leiharbeiter mit fast einer Million bereits wieder über dem Höchststand von vor der Krise. Aber sie würden schlecht entlohnt und hätten kaum Chancen auf betriebliche Weiterbildung, sagte der DGB-Arbeitsmarktexperte Wilhelm Adamy der „Rheinpfalz am Sonntag“. Das Risiko, den Job zu verlieren, liege vier bis fünf Mal höher als in der Gesamtwirtschaft. So endete im vergangenen Jahr mehr als die Hälfte der Beschäftigungsverhältnisse nach weniger als drei Monaten. Im ersten Halbjahr 2010 seien 544 000 Arbeitsverhältnisse im Verleihgewerbe abgeschlossen, im gleichen Zeitraum aber 461 800 Leiharbeiter entlassen worden. Fast die Hälfte aller Leiharbeiter sei innerhalb von zwölf Monaten wieder arbeitslos. dpa

Auch Leiharbeitnehmer

können Personalrat werden

Leiharbeitnehmer in öffentlichen Dienststellen haben bei Personalratswahlen das aktive und passive Wahlrecht. Das ergibt sich aus einem Beschluss des Hessischen Verwaltungsgerichtshofs (AZ: 22 A 959/ 10.PV), auf den die Deutsche Anwaltauskunft hinweist. In dem Fall beschäftigte ein Klinikum Arbeitnehmer, die in eine Tochtergesellschaft „ausgelagert“ worden waren. Diese verlieh sie wiederum an das Krankenhaus. Bei einer Personalratswahl war diesen Leiharbeitern das aktive Wahlrecht mit der Begründung verweigert worden, sie seien nicht Beschäftigte des Klinikums. Das sah das Gericht anders und erklärte die Wahl für ungültig. Bei der erneut vorgenommenen Personalratswahl wurde ein Leiharbeitnehmer, der Betriebsratsvorsitzender bei der Verleiher-GmbH war, stellvertretender Personalratsvorsitzender. Auch das geht, meinten die Richter. Maßgeblich sei allein die auf eine gewisse Dauer angelegte Eingliederung in die Arbeitsorganisation der Beschäftigungsdienststelle. dpa

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