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Siemens beendet Atomkapitel

München - Der Siemens-Konzern hat seinen Ausstieg aus dem Atomgeschäft jetzt auch offiziell verkündet. „Das Kapitel ist für uns abgeschlossen“, sagte Konzernchef Peter Löscher dem „Spiegel“. Abgezeichnet hatte sich der Schlussstrich bereits seit der Katastrophe von Fukushima und der folgenden Kehrtwende in der deutschen Atompolitik. Doch nach dem kostspieligen Bruch mit dem französischen Atompartner Areva wollte Siemens es sich nicht auch mit Rosatom verscherzen. Jetzt lassen die Russen Siemens in eine atomfreie Zukunft ziehen. Nach Konzernangaben kostet der Abschied Siemens keinen Cent. Die Entscheidung sei die Antwort seines Unternehmens „auf die klare Positionierung von Gesellschaft und Politik in Deutschland zum Ausstieg aus der Kernenergie“, sagte Löscher. Anstatt des geplanten Atom-Joint-Ventures mit Rosatom komme nun eine Zusammenarbeit „auf anderen Feldern“ in Betracht. So könne Siemens Komponenten wie Dampfturbinen liefern, die auch bei konventionellen Kraftwerken zum Einsatz kommen. dpa

Berliner Wohnungen vor Verkauf

Berlin - Der in der Kritik stehende Immobilienkonzern Gagfah steht vor dem Verkauf von 4800 seiner bundesweit 155 000 Mietwohnungen an die Berliner

Immobiliengesellschaft GSW. Der Wert der Wohnungen in guten Berliner Lagen wird nach Angaben der GSW mit 330 Millionen Euro beziffert. Beide Gesellschaften hätten eine Vereinbarung über den möglichen Erwerb des Paktes geschlossen, teilte die GSW Immobilien AG am Wochenende mit. Die Transaktion bedarf der Zustimmung des Kartellamts. Die „Wirtschaftswoche“ berichtet, dass Gagfah mit Sitz in Essen in den vergangenen Jahren durch den Verkauf kompletter Wohnblocks 1,2 Milliarden Euro erlöst habe, um die Liquidität zu verbessern. Unternehmenschef William Brennan wehrte sich gegen Kritik, Gagfah lasse den Wohnungsbestand verkommen. In diesem Jahr werde man 90 Millionen Euro in die Wohnimmobilien investieren. „Das entspricht je Quadratmeter 23 Prozent mehr als 2010, also knapp zehn Euro“, sagte Brennan dem Magazin. Aktuell gibt es vor allem in Dresden Streit um Gagfah. Im Kern geht es um eine Sozialcharta: Sie wurde ausgehandelt, um die Mieter zu schützen, als im Jahr 2006 kommunale Dresdner Wohnungen an den Gagfah-Eigentümer Fortress verkauft wurden. Die Stadt sieht die Charta verletzt und reichte deshalb Klage ein. dpa

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