NACHRICHTEN : NACHRICHTEN

Beruf und Pflege: Beides zu vereinbaren,

wird in Zukunft leichter

Arbeitnehmer haben es künftig leichter, ihren Beruf und die Pflege von Angehörigen unter einen Hut zu bringen. Der Bundesrat ließ am Freitag das Gesetz zur Familienpflegezeit passieren. Ein Antrag auf Einberufung des Vermittlungsausschusses fand keine Mehrheit. Beschäftigte sollen künftig die Möglichkeit haben, zur Pflege eines Angehörigen ihre Arbeitszeit maximal zwei Jahre lang auf bis zu 15 Stunden pro Woche zu reduzieren. Hierfür ist ein Lohnausgleich vorgesehen. Wer etwa nur noch 50 Prozent arbeitet, soll weiter 75 Prozent des letzten Bruttogehalts bekommen. Das zu viel gezahlte Geld wird nach der Pflegezeit verrechnet: Die Betroffenen arbeiten wieder 100 Prozent, bekommen aber weiter nur drei Viertel des Gehalts, bis das Zeitkonto ausgeglichen ist. dapd

Jobs in der EU: In Deutschlands Süden sind die Chancen am besten

Junge Menschen im Süden Deutschlands haben oft bessere Aussichten auf einen Job als ihre Altersgenossen im Rest der Europäischen Union. Unter den zehn EU-Regionen mit der niedrigsten Arbeitslosigkeit unter den 15- bis 24-Jährigen liegen sieben in Süddeutschland, wie das EU-Statistikamt Eurostat am Donnerstag in Luxemburg anhand von Daten für das Jahr 2010 mitteilte. Die Region mit der EU-weit niedrigsten Jugend-Arbeitslosigkeit ist demnach Oberbayern mit einer Quote von 5,1 Prozent, gefolgt von Freiburg (5,4 Prozent) und Schwaben (5,5 Prozent). Auf den weiteren Plätzen werden die deutschen Regionen Tübingen (6,2 Prozent), Niederbayern (6,4 Prozent), Koblenz (6,6 Prozent) sowie Stuttgart (7,1 Prozent) geführt. Am Ende der Top-Ten-Liste stehen die österreichischen Regionen Tirol (5,9 Prozent) und Oberösterreich (6,5 Prozent) sowie die Region Utrecht in den Niederlanden (7,1 Prozent). AFP

Gründungszuschuss: Der Bundesrat hat Einschnitte jetzt gebilligt

Der Bundesrat hat die Reform der Fördermaßnahmen für Arbeitslose passieren lassen. Ein Antrag auf erneute Anrufung des Vermittlungsausschusses fand am Freitag keine Mehrheit. Damit ist der Weg frei für die vom Bundestag am Vortag beschlossenen Neuregelungen. Dazu gehören Einschnitte beim Gründungszuschuss für arbeitslose Existenzgründer sowie Nachbesserungen beim Eingliederungszuschuss für Ältere und bei der Einstiegsqualifizierung für junge Menschen. Auf diesen Kompromiss hatte sich der Vermittlungsausschuss von Bundesrat und Bundestag am Dienstag mehrheitlich verständigt. dpa

Fachkräfte: Wirtschaftssoziologe sieht keinen allgemeinen Mangel

In Deutschland gibt es nach den Worten des Wirtschaftssoziologen Gerhard Bosch keinen allgemeinen Fachkräftemangel. „Das ist ein Mythos, denn dann müssten in einer Marktwirtschaft dort die Preise kräftiger steigen, wo Mangel herrscht“, sagte Bosch am Donnerstag. Doch die Löhne von Fachkräften stiegen nicht stärker als die der weniger Qualifizierten. Die Klagen der Wirtschaft in einzelnen Regionen und Branchen täuschten über „hausgemachte Leiden“ hinweg, kritisierte der Direktor des Instituts für Arbeit und Qualifikation an der Universität Duisburg-Essen. Ein weiteres Indiz sei die Situation vieler Jugendlicher nach ihrer Ausbildung. Sie bekämen oft nur einen befristeten Vertrag. Allerdings wachse der Personalmangel in Unternehmen, die ihren Mitarbeitern schlechte Arbeitsbedingungen bieten. epd

0 Kommentare

Neuester Kommentar