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Mehr Jobs: Der Preis dafür ist

die Zunahme befristeter Stellen



Die gestiegenen Jobchancen für Arbeitslose sind nach Erkenntnissen von Arbeitsmarktforschern um den Preis unsicherer Arbeitsplätze erkauft worden. So sei der Anteil der befristet Beschäftigten in Deutschland zwischen 1997 und 2008 von 13 auf 15 Prozent gestiegen, geht aus einer am Donnerstag veröffentlichten Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor. Zugleich sei die Wahrscheinlichkeit, „aus Arbeitslosigkeit in einen unbefristeten Job zu wechseln“, um rund sieben Prozent gesunken. Auch in anderen europäischen Ländern habe sich „im Schnitt die Qualität der Beschäftigung ... verschlechtert“, betonen die Forscherinnen Regine Konle-Seidl und Parvati Trübswetter in der Studie. Besonders stark habe der Anteil befristeter Stellen in Italien, Ungarn, Tschechien und Polen zugenommen. Die Forscher hatten die Entwicklung in zehn europäischen Ländern untersucht. dpa

Komplizierte Hartz-IV-Gesetze: Bundesagentur will Vereinfachung

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) hält die gesetzlichen Regelungen für Hartz IV für zu kompliziert. „Wir sollten das Leistungsrecht einfacher machen, um mehr Zeit zu haben, die Menschen in Ausbildung und Beschäftigung zu bringen“, forderte BA-Vorstandsmitglied Heinrich Alt in der „Süddeutschen Zeitung“ vom Freitag. Nach seinen Worten setzen die Jobcenter mittlerweile mehr als die Hälfte ihres Personals für die Berechnung der Leistungsansprüche ein. Im Schnitt belaufe sich die Akte eines Hartz-IV-Haushalts auf ungefähr 650 Seiten. Eine Ausweitung von Kontrollen lehnte Alt ab: 6,5 Millionen Menschen in ihrem Alltag zu kontrollieren sei unmöglich. AFP

Gefragter Nachwuchs: 20 000 mehr Ausbildungsverträge abgeschlossen

Industrie, Handel und Verwaltungen haben in diesem Jahr knapp 540 000 betriebliche Ausbildungsverträge neu abgeschlossen. Das sind 20 700 oder 4 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Knapp 30 000 Lehrstellenangebote der Wirtschaft konnten bis zum gesetzlichen Stichtag 30. September nicht besetzt werden – so viele wie lange nicht mehr, meldete das Bundesbildungsministerium am Donnerstag unter Berufung auf die jährliche Lehrstellenbilanz des Bundesinstituts für Berufsbildung (Bibb). Gleichwohl konnten aber 76 700 Bewerber, die zuvor von den Arbeitsagentur als ausbildungsreif eingestuft worden waren, nicht vermittelt werden. 65 100 von ihnen besuchen jetzt Kurse oder setzen ihre Schulausbildung fort. dpa

Neues Urteil: Arbeitgeber darf Attest am ersten Krankheitstag fordern

Arbeitgeber dürfen von Beschäftigten schon ab dem ersten Tag einer Krankmeldung ein ärztliches Attest verlangen. Das bedürfe keiner Begründung, heißt es in einem am Donnerstag veröffentlichten Urteil des Landesarbeitsgerichtes Köln. Die Richter wiesen damit die Klage der Redakteurin einer Rundfunkanstalt ab, die eine entsprechende Anweisung ihres Arbeitgebers als willkürliche Schikane gesehen hatte (AZ: 3 Sa 597/11). Die Journalistin hatte sich für einen Tag krankgemeldet, für den sie vorher vergeblich eine Dienstreise beantragt hatte. Nach Aufforderung durch den Arbeitgeber legte sie dafür später ein ärztliches Attest vor. Mit dem Hinweis auf ein „erschüttertes Vertrauen“ verlangte ihr Chef dann, dass sie bei Krankheit künftig immer bereits am ersten Tag ein Attest liefern solle, und nicht wie sonst üblich, nach drei Kalendertagen.epd

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