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Jahn kritisiert Ikea-Bericht

Halle - Der Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Roland Jahn, hat die von Ikea in Auftrag gegebene Untersuchung zur Zwangsarbeit von politischen Häftlingen in der DDR und deren Präsentation kritisiert. „Bei der Vorstellung des Berichts hat Ikea nicht beantwortet, warum es damals nicht konsequent gehandelt hat, obwohl es von dem Einsatz politischer Häftlinge in Produktionsstätten der DDR wusste“, sagte er der „Mitteldeutschen Zeitung“. „Der Hinweis auf die vorherrschenden politischen Rahmenbedingungen ist nicht hilfreich, der Maßstab der Menschenrechte galt damals wie heute.“ Jahn forderte, Ikea müsse den Opfern gerecht werden. Der Geschäftsführer von Ikea Deutschland, Peter Betzel, hatte eingeräumt, dass sein Unternehmen von der Beschäftigung politischer Gefangener im Interesse von Ikea gewusst habe. Zugleich hatte er behauptet, man habe darauf gedrängt, dass dies aufhöre.dapd

SAS verhandelt über Krisenplan

Stockholm - Die skandinavische Fluggesellschaft SAS hat am Samstag unter Hochdruck mit Gewerkschaften verhandelt, um durch Lohnverzicht und andere drastische Einschnitte einen drohenden Konkurs abzuwenden. Bis zum heutigen Sonntag sollen sich die in Dänemark, Norwegen und Schweden vertretenen Arbeitnehmerorganisationen zu einem von Konzernchef Rickard Gustafson vorgelegten Krisenplan erklären. Er sieht unter anderem die Reduzierung der Einkommen um bis zu 15 Prozent für alle 15 000 Beschäftigten sowie die kurzfristige Streichung von 800 Stellen in der Verwaltung vor. Eine Sprecherin des dänischen Kabinenpersonals sagte der Nachrichtenagentur Ritzau, sie sei „zuversichtlich“ mit Blick auf eine Einigung. Sowohl die drei an dem halbstaatlichen Unternehmen beteiligten Regierungen wie die Konzernleitung selbst haben ultimativ die komplette Annahme des Krisenplanes verlangt, weil SAS sonst binnen weniger Monate zahlungsunfähig sein werde. dpa



Google soll Strafe zahlen

Washington - Google kann die Kontroverse um das Umgehen der Datenschutz-Einstellungen bei Apples Safari-Browser wohl mit der Zahlung von 22,5 Millionen Dollar (17,7 Millionen Euro) beenden. Die zuständige US-Richterin kündigte an, dass sie die Einigung des Internetkonzerns mit der amerikanischen Handelskommission FTC billigen wolle. Die Summe erscheine ihr angemessen, sagte Richterin Susan Illston bei einer Anhörung in San Francisco am Freitag, wie Bloomberg berichtete. Es sei die höchste Strafe, die einem Unternehmen jemals aufgebrummt worden sei, weil es sich den Anordnungen der FTC widersetzt habe, hieß es. Google hatte einen Weg gefunden, beim Safari-Browser für iPhone, iPad und PC ohne Zustimmung der Nutzer sogenannte Cookies zu hinterlassen. Das sind kleine Dateien, mit denen sich das Verhalten im Netz teilweise nachverfolgen lassen kann. Der Apple- Browser lässt standardmäßig eigentlich keine Cookies von Drittanbietern wie Online-Werbefirmen zu. dpa

Bahn steuert auf Fahrgastrekord zu

Berlin - Die Deutsche Bahn steuert im Fernverkehr möglicherweise auf einen Fahrgastrekord zu. Ein Konzernsprecher bestätigte am Samstag einen Bericht der „Wirtschaftswoche“, wonach die Auslastung der ICE- und IC-Züge in den vergangenen Monaten auf mehr als 50 Prozent gestiegen sei. Schon im ersten Halbjahr hatte sich die Auslastung von 45 auf 48 Prozent verbessert, womit die Zahl der Passagiere im Fernverkehr auf knapp 64 Millionen kletterte. Damit scheint die Rekordmarke von 128 Millionen Fahrgästen aus dem Jahr 2002 in Sichtweite – der höchste Wert der vergangenen zehn Jahre. Der Bahnsprecher wollte sich zu derartigen Spekulationen nicht äußern. Im kommenden Jahr bekommt die Bahn auf langen Strecken Konkurrenz, denn nach 75 Jahren fällt dort das DB-Monopol. Künftig können auf diesen Strecken auch Linienbusse verkehren. dpa

Stahlindustrie sieht Jobs gefährdet

Duisburg/Linz - In der europäischen Stahlindustrie könnten durch den Abbau von Überkapazitäten in den nächsten Jahren bis zu 100 000 Arbeitsplätze in Gefahr geraten. Schätzungen gingen davon aus, dass im Zuge einer Anpassung der Kapazitäten an den langfristigen Bedarf von den europaweit rund 400 000 Arbeitsplätzen der Branche „20 bis 25 Prozent“ gestrichen werden müssten, sagte der Präsident des europäischen Stahlverbands Eurofer und Chef des österreichischen Stahlkonzerns Voestalpine, Wolfgang Eder. „Um Angebot und Nachfrage in Europa wieder in die Balance zu bringen, wird es notwendig sein, Kapazitäten in erheblichem Umfang aus dem Markt zu nehmen“, sagte Eder. Hintergrund sei eine Auslastung der Branche in Europa von derzeit lediglich „70 bis 75 Prozent“. dpa

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