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Streit um Kirch-Pleite dauert an



München - Die Deutsche Bank wird noch etliche Monate auf die Entscheidung über die Höhe des Schadenersatzes für die Erben von Leo Kirch warten müssen. Das Oberlandesgericht München (OLG) bestimmte am Freitag einen Gutachter, der im Rahmen eines Betragsverfahrens die mögliche Schadenshöhe ermitteln soll. Der Fachmann hat bis zum 2. November Zeit, zunächst die Unterlagen zu prüfen. Danach bleiben dem Sachverständigen weitere acht Monate, um sein Gutachten zu erstellen. Vor Juli 2014 dürfte ein Ergebnis also nicht vorliegen. Das OLG hatte das Geldhaus im Dezember 2012 zu Schadenersatz für die Pleite von Kirchs Medienkonzern 2002 verurteilt, die Höhe aber offengelassen. dpa

Siemens zieht sich zurück

München - Siemens zieht sich wegen drohender Überlastung aus einem Bieterwettkampf um einen milliardenschweren Bahnauftrag aus Großbritannien zurück. Der Technologiekonzern erklärte am Freitag, er bewerbe sich nicht mehr um die Lieferung von Zügen für die geplante neue „Crossrail“-Bahnstrecke im Großraum London. Seit dem Einstieg in das Bieterrennen habe Siemens zahlreiche Aufträge gewonnen. „Ein weiteres Projekt dieser Größenordnung könnte unsere Fähigkeit zur Erfüllung unserer laufenden Kundenverpflichtungen beeinflussen“, teilte das Unternehmen mit. Crossrail ist mit einem geplanten Investitionsvolumen von knapp 16 Milliarden Pfund (gut 18 Milliarden Euro) eines der größten Infrastrukturvorhaben in Europa. Von der Gesamtsumme ist rund eine Milliarde Pfund für die Züge veranschlagt. Zu den übrigen Bietern zählt der kanadische Bahnzulieferer Bombardier, dessen Bahnzentrale in Berlin beheimatet ist.rtr

Portugals Koalition zeigt sich stabil

Lissabon - Im Euro-Schuldenland Portugal ist der Bruch der Mitte-rechts-Regierungskoalition vorerst verhindert. „Es wurde eine Formel gefunden, mit der die Stabilität der Regierung gewahrt werden kann“, erklärte Ministerpräsident Pedro Passos Coelho am späten Donnerstagabend nach einem Treffen mit Präsident Aníbal Cavaco Silva in Lissabon. Passos versicherte, das mit den Geldgebern vereinbarte Spar- und Reformprogramm werde fortgesetzt. In den vergangenen Tagen war zunächst Finanzminister Vítor Gaspar, der Architekt der harten Sparpolitik und starke Mann im Kabinett, zurückgetreten. Gaspar begründete seine Entscheidung mit der abnehmenden Unterstützung auch innerhalb der Regierung. Auch Außenminister Paulo Portas stellte daraufhin sein Amt zur Verfügung. dpa

Deutsche misstrauen Ökosiegeln

Brüssel - Die Deutschen misstrauen Umweltsiegeln auf Produkten einer Studie der EU zufolge besonders stark. Nur 31 Prozent der Verbraucher in der Bundesrepublik glaubten daran, dass Produkte mit Ökosiegeln tatsächlich umweltfreundlicher seien als andere Produkte, hieß es in einer am Freitag in Brüssel veröffentlichten Untersuchung im Auftrag der EU-Kommission. Dagegen glauben im Durchschnitt 52 Prozent der EU-Bürger an die Ökosiegel. Trotz des hohen Misstrauens in die Kennzeichnungen kauften die Deutschen jedoch besonders häufig Ökoprodukte, hieß es in der EU-Studie. 37 Prozent der Verbraucher in der Bundesrepublik kauften oft ökologisch hergestellte Ware. Im EU-Durchschnitt sind es der Umfrage zufolge lediglich 26 Prozent. AFP

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