Nachrichten-Ticker : Die aktuellsten Meldungen vom Streik

16:17 Uhr: Bislang 7400 Züge ausgefallen



Bei der Bahn sind durch den Lokführerstreik bis zum Nachmittag rund 7400 Züge ausgefallen. In Ostdeutschland seien nur zehn bis 15 Prozent des sonst üblichen Angebots gefahren worden, sagte Bahn-Vorstandsmitglied Karl-Friedrich Rausch in einer Zwischenbilanz nach 13 Stunden Streik. Deutschlandweit seien etwa die Hälfte aller Regionalzüge und S-Bahnen gefahren. Die Bahn werde an diesem Streiktag schätzungsweise eine Million Fahrgäste weniger transportieren als üblich. Der Schaden belaufe sich auf etwa 10 Millionen Euro.

12:54 Uhr: Zwischenbilanz: Zugverkehr "fast zum Erliegen gekommen"

Der Lokführerstreik hat am Donnerstag deutliche Wirkung gezeigt. In den ostdeutschen Bundesländern sei der Zugverkehr "fast zum Erliegen gekommen", teilte die Deutsche Bahn in einer Zwischenbilanz nach zehn Stunden Streik in Berlin mit. In Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern seien bisher nur etwa zehn Prozent der Regionalzüge gefahren. Die S-Bahnen in Leipzig fuhren nicht, in Dresden rollten die Züge mittlerweile wieder auf einer S-Bahn-Linie. Bundesweit waren nach Bahn-Angaben nur etwa jeder zweite Regionalzug und jede zweite S-Bahn unterwegs. Gegen Mittag hätten sich rund 1300 Lokführer an dem Ausstand beteiligt.

9:55 Uhr: Bahn droht mit neuen Streiks in der nächsten Woche

Zum Auftakt des 30-stündigen bundesweiten Streiks hat die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer von der Bahn ein neues Angebot verlangt. Dies sei Voraussetzung für die Aufnahme neuer Gespräche. "Wir erwarten ein vernünftiges Angebot", sagte der stellvertretende GDL-Chef Günther Kinscher in einem Interview mit dem Fernsehsender N-TV. Solange werde es auch im Hintergrund keine Gespräche geben. In der kommenden Woche droht Pendlern erneut Chaos im S-Bahn und Regionalverkehr: Die GDL will am morgigen Freitag über erneute Streiks in der kommenden Woche entscheiden. "Weitere Streiks sind keineswegs ausgeschlossen", sagte eine GDL-Sprecherin.

9:12 Uhr: Bahn: Nur Hälfte der Züge fahren in Westdeutschland

Der Lokführerstreik hat den Zugverkehr vor allem in Ostdeutschland stark beeinträchtigt. "Aber auch in Westdeutschland fährt nur die Hälfte der Züge" sagte Bahn-Vorstandsmitglied Karl-Friedrich Rausch. Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer wolle jetzt offensichtlich Pendler und Schüler "mit aller Macht" treffen. Nachdem die Anordnung von Notdiensten gerichtlich untersagt worden sei, könnten deutlich weniger Lokführer eingesetzt werden. Rausch forderte die Gewerkschaft nochmals auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren.

8:40: Bahn bleibt bei ihrem Angebot

Die Bahn bleibt im Tarifkonflikt mit der Lokführergewerkschaft GDL bei ihrem letzten Angebot. Das erklärt Bahn-Vorstandsmitglied Karl-Friedrich Rausch im ZDF-Morgenmagazin. Bis zu zehn Prozent mehr Geld für Lokomotivführer plus Einmalzahlungen seien möglich. Über dieses Angebot könne das Unternehmen nicht hinausgehen, sagt Rausch. Andernfalls könnte es weitere Arbeitskämpfe anderer Interessengruppen geben.


8:13 Uhr: Private Bahn-Betreiber profitieren

Vom Lokführerstreik bei der Deutschen Bahn profitieren einem Zeitungsbericht zufolge private Bahngesellschaften. Der bundesweit größte Betreiber Veolia habe an Streiktagen deutlich mehr Kunden befördert, berichtet die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf das Unternehmen. Auf Nahverkehrsstrecken, die auch von der Deutschen Bahn bedient werden, lag den Angaben zufolge die Zahl der Fahrgäste in Stoßzeiten um bis zu 30 Prozent höher als sonst üblich. Zudem hätten die Züge des Unternehmens auf einzelnen Strecken auch außerplanmäßig an S-Bahnhöfen gehalten. Veolia betreibt in Deutschland nach eigenen Angaben mehr als 40 Linien, darunter die Bayerische Oberland-Bahn (BOB) und die Nord-Ostsee-Bahn (NOB).


8:08 Uhr: Berliner U-Bahn verlängert Züge

Die Berliner S-Bahn fährt nach einem Notfahrplan. Dabei soll es im Stadtgebiet einen Zehn- oder Zwanzig-Minuten-Takt geben. Die Berliner U-Bahn hat am Morgen ihre Züge verlängert. Obwohl es auf den Strecken der U 5 und der U 2 deutlich mehr Fahrgäste gibt, können bislang alle ohne Verzögerungen transportiert werden, sagt ein Sprecher der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG). Der Autoverkehr läuft in der Stadt nach Angaben der Polizei weitgehend normal. Es gibt nur die üblichen Staus im Berufsverkehr auf der A 111 aus Richtung Norden sowie der A 115 aus Richtung Süden.


7:40 Uhr: GDL wartet auf neues Angebot

Im Bahn-Tarifkonflikt hofft der stellvertretende Vorsitzende der Lokführergewerkschaft GDL, Günther Kinscher, auf eine Gerichtsentscheidung, die Streiks im Güter- und Fernverkehr erlaubt. Wenn nach einem solchen Spruch des Sächsischen Landesarbeitsgerichtes in Chemnitz Anfang November solche Streiks angekündigt würden, würde die Bahn sicher ein neues Angebot vorlegen, sagt Kinscher im ZDF-Morgenmagazin. Man wolle für das Fahrpersonal eine angemessene Bezahlung erreichen. Die 31 Prozent, die als Forderung im Raum stehen, seien kein Dogma für die GDL, so Kinscher. Die Gewerkschaft sei verhandlungsbereit.


7:11 Uhr: Gewerkschaftschef warnt vor Tarifchaos

Der Chef der IG BCE, Hubertus Schmoldt, warnt vor negativen Auswirkungen des anhaltenden Lokführerstreiks für das gesamte Gewerkschaftslager. "Selbstverständlich haben auch die Lokführer einen Anspruch auf höhere Löhne. Aber wenn eine einzelne Gruppe ihre Forderungen ohne Rücksicht auf andere durchsetzen will, dann wird das die Belegschaft und ihre Gewerkschaften zersplittern", sagt Schmoldt der in Hannover erscheinenden "Neuen Presse".

Die Entwicklung könne zu vielen verschiedenen konkurrierenden Tarifverträgen in einem Unternehmen führen. "Am Ende führt das zu einem Tarifchaos. Eine solche Situation nützt niemanden, weder dem Unternehmen noch den Beschäftigten", sagt Schmoldt. "Berufsständiger Egoismus" führe in eine Sackgasse.

Mit Blick auf die juristischen Auseinandersetzungen im Tarifkonflikt der Bahn warnt Schmoldt vor weitreichenden Konsequenzen. "Wir müssen aufpassen, dass in diesem Konflikt nicht das Streikrecht in seinen elementaren Bestandteilen gefährdet wird. Hier steht mehr auf dem Spiel als die Interessen der Lokführergewerkschaft."


6:34 Uhr: Wirtschaft warnt vor Reputationsverlust für Deutschland

Das Deutsche Institut für Wirtschaft (DIW) warnt vor negativen Auswirkungen des Streiks für die deutsche Wirtschaft. Der Leiter der Konjunkturabteilung des DIW, Alfred Steinherr, sagt der "Neuen Osnabrücker Zeitung", er befürchte einen Reputationsverlust Deutschlands, denn bisher habe das deutsche Infrastruktursystem vor allem durch seine Zuverlässigkeit überzeugt. Wegen des Streikrisikos müssten Unternehmer zudem künftig den "optimalen Mix von Schienen- und Straßenverkehr" zugunsten der Straße verschieben. Steinherr betont, der Verspätungen der Pendler auf dem Weg zur Arbeit bescherten der Wirtschaft Verluste in zweistelliger Millionenhöhe.


6:30 Uhr: Bahn appelliert an Lokführer

In einer halbseitigen Anzeige in großen überregionalen Tageszeitungen wendet sich die Bahn an die streikenden Lokführer. Das bereits gemachte Angebot sei das "beste, was wir machen können". "Mehr kann unser Unternehmen nicht verkraften, wenn es weiterhin sichere Arbeitsplätze bieten soll und Kündigungen ausschließt", heißt es darin. Das Unternehmen appelliert an die GDL, das Angebot auch im Interesse der Kunden anzunehmen. Es orientiert sich nach wie vor an dem Abschluss, der im Sommer mit den Gewerkschaften Transnet und GDBA erzielt wurde. Es sieht 4,5 Prozent mehr Einkommen und eine Einmalzahlung von 600 Euro vor.


6:00 Uhr: GDL: Streik "gut angelaufen"

GDL-Sprecherin Gerda Seibert sagt, der Streik sei "gut angelaufen". Noch immer stehen viele Züge in den Depots, obwohl sie eigentlich längst fahren müssten. Für die Gewerkschaft besonders positive Rückmeldungen kommen aus Schleswig-Holstein und Berlin: "Mit dem bisschen, was wir bisher wissen, sind wir zufrieden", sagte Seibert.


5:45 Uhr: Starke Einschränkungen im Regional- und S-Bahnverkehr

Der Sterik führt nach Angaben der Deutschen Bahn zu erheblichen Beeinträchtigungen im Regional- und S-Bahn-Verkehr. Die stärksten Einschränkungen gibt es in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern, teilt die Bahn am mit. Auch in Brandenburg fahren im Regionalverkehr nur wenige Züge. Der Takt der Berliner S-Bahn ist stark ausgedünnt. Im Stadtgebiet kann ein 10- bis 20-Minuten-Takt aufrechterhalten werden. Auch die Hamburger S-Bahn fährt alle zwanzig Minuten, die S2 und die S11 fallen jedoch aus.

Ebenfalls stark betroffen ist die S-Bahn München. Die Züge verkehren im Stundentakt, zwischen Pasing und Flughafen München alle 20 Minuten. In Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen fahren rund 50 Prozent der Regionalzüge, die S-Bahn Rhein-Ruhr fährt im 30 Minuten-Takt. Die S-Bahn Frankfurt fährt im Stundentakt, die Regionalverkehrslinien in Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland sowie in Baden-Württemberg und Bayern fahren mit etwa der Hälfte der Züge. Die S-Bahnen in Leipzig und Dresden fallen aus, zwischen Halle und Leipzig fahren die Züge im Stundentakt.


2:28 Uhr: Hohe Streikbereitschaft

Da zwischen 2 und 4 Uhr nur sehr vereinzelt Züge im Nahverkehr unterwegs sind, lässt sich von der GDL zunächst noch keine detaillierte Aussage über den An- und Verlauf des Streiks treffen: In dieser Zeit führen im Regionalverkehr fast ausschließlich Leerzüge sowie S-Bahnen in Hamburg und Berlin.

Unter den GDL-Mitgliedern zeichnet sich allerdings eine hohe Streikbereitschaft ab, sagt Sven Grünwoldt von der GDL-Streikleitung. Dies habe sich vor allem nach der Entscheidung des Landesarbeitsgerichts Berlin-Brandenburg am Mittwoch gezeigt. Dem Gericht zufolge darf die Bahn streikbereite oder streikwillige Lokführer während der geplanten Arbeitsniederlegungen am Donnerstag und Freitag nicht für Notfall-Fahrpläne einteilen. Der GDL zufolge hatte der Konzern bisher während der Streiks Mitarbeiter gegen deren Willen für Ersatzfahrpläne eingeteilt und andernfalls Abmahnungen angedroht. GDL-Vize Günther Kinscher erklärte, nun werde es für die Bahn schwieriger, ihren Notfall-Fahrplan einzuhalten.


2:15 Uhr: Bahn erwartet stärkste Beeinträchtigung im Osten

Die Bahn erwartet wie bei den jüngsten Arbeitsniederlegungen besonders starke Störungen in Ostdeutschland und bei den S-Bahnen in München und Berlin. Sie will zusätzlich 200 Busse einsetzen. Außerdem sind zusätzliche Haltepunkte von ICE- und IC-Zügen geplant. Die Bahn will dies kurzfristig je nach Bedarf entscheiden. Der ADAC erwartet mehr Staus, aber kein Chaos auf den Straßen.


2:05 Uhr: Streik im Regional- und S-Bahn-Verkehr hat begonnen

Lokführer von Regional- und S-Bahnen sind am Morgen um 2 Uhr in den Ausstand getreten. Der Streik sei planmäßig angelaufen, sagt ein GDL-Sprecher in Frankfurt am Main. Die Deutsche Bahn will mit Ersatzfahrplänen den S-Bahn- und Regionalverkehr in der Region weitgehend sicherstellen. Erhebliche Beeinträchtigungen sind trotzdem nicht auszuschließen.

Auf dem S-Bahn-Ring und innerhalb des Rings soll ein Zehn-Minuten-Takt, auf allen anderen Linien ein 20-Minuten-Abstand angeboten werden. Einige Linien wie die S 85 und die S 45 fallen aus, andere wie die S 25 fahren nur verkürzt. Die BVG will längere U-Bahnen und nach Bedarf zusätzliche Busse einsetzen. Im Regionalverkehr soll rund die Hälfte der Züge, vor allem die Regionalexpresslinien, fahren. Die Bahn empfiehlt allen Kunden, sich vorher genau zu informieren und mehr Zeit einzuplanen. (mit ddp/dpa/AFP)

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