Wirtschaft : Nachrichten

KLAUS ZIMMERMANN



Ein schlechter Verlierer

an der Spitze des DIW

Ein neues Domizil mitten in Berlin, eine Dependance in Washington, die Gründung einer hausinternen Unternehmensberatung – Präsident Klaus Zimmermann hatte mit dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in diesem Jahr einiges vor. Doch eine schnöde Entscheidung aus dem Bundeswirtschaftsministerium überschattete alle ehrgeizigen Pläne des Wirtschaftsprofessors: Im Juli ließ Minister Michael Glos (CSU) die Berliner Denkfabrik wissen, dass sie nicht länger an den Konjunkturprognosen für die Regierung mitarbeiten darf. Dabei war das DIW 1925 ausdrücklich als „Institut für Konjunkturforschung“ gegründet worden. Geld und Ansehen in nicht unbeträchtlichem Maße waren für das DIW mit Glos’ Entscheidung perdu – auch deshalb, weil Zimmermann die Niederlage nicht hinnehmen wollte und polterte, „linke keynesianische Kreise“ hätten „eine Kampagne“ gegen ihn angezettelt und sein Haus schlechtgemacht. Das DIW versucht nun notgedrungen, auf anderen Forschungsfeldern zu reüssieren. Vielleicht hatte der Ausschluss aus dem Regierungsberaterkreis ja auch sein Gutes: Gerade die Gemeinschaftsgutachten der Institute lagen bei der Konjunkturvorhersage in den vergangenen Jahren stets erheblich daneben. brö

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