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Die Risiken landen in den Depots der Privatanleger

Auch Privatanleger haben Anteile an Fonds gekauft, die wiederum in verbriefte Kredite und Kreditpakete investiert haben – in der Hoffnung auf vergleichsweise sichere und hohe Renditen. Doch viele dieser so genannten ABS- Fonds (ABS = asset backed securities) haben auch in notleidende Papiere des US-Immobilien-Marktes investiert. Weil Anleger im Zuge der Krise ihre Anteile massenhaft zurückgeben wollen, machen die ABS-Fonds ihre Schotten dicht und nehmen keine Anteile mehr an, weil sie nicht so viel Geld haben, um die Anteilsbesitzer zu bezahlen. Dieser Geldmangel hängt damit zusammen, dass die Fonds selbst keine Anteile mehr verkaufen können. Auch „saubere“ ABS-Fonds sind in diesen Sog geraten.

n Strengere Transparenzvorschriften für die Fondsgesellschaften. Sie müssen besser erklären, in welchen Märkten und Papieren sie sich engagieren. Auch der Vertrieb der Fonds muss reformiert werden. ABS-Fonds dürfen zum Beispiel nicht mehr in derselben Kategorie wie Rentenfonds angeboten werden, die als sicher gelten.

n Intensivierung des Börsenhandels mit Fondsanteilen und die Pflicht zu höheren Barreserven bei den Fondsgesellschaften.

n Fonds, die in kleineren und weniger liquiden Märkten operieren, müssen ihren Anlegern deutlicher erklären, dass damit entsprechende Risiken verbunden sind. Die Schließung einiger offener Immobilienfonds sollte eine Lehre sein: wenig liquide Vermögenswerte (Immobilien, verbriefte Kredite) lassen sich nicht so schnell verkaufen, wie das in Krisen von Anlegern gewünscht wird. ABS-Fonds sind kein Anlageprodukt, das täglich verfügbar ist.

n Werden ABS-Fondsanteile an der Börse gehandelt (was viele Fondsgesellschaften ablehnen), besteht zwar das Risiko von Kursschwankungen. Die Anteile sind dann aber wirklich täglich verfügbar. Der Anleger ist nicht auf die Fondsgesellschaft angewiesen.

n Selbst ABS-Papiere des notleidenden US-Immobilienmarktes, die in Paketen versteckt waren, hatten von den Ratingagenturen gute Noten bekommen. Beigemischte Risiken waren für die Investmentfonds häufig gar nicht erkennbar. Kurzum: Viele Fondsmanager wussten gar nicht, in welche Papiere sie investierten.

n Der Börsenhandel mit Fondsanteilen ist noch nicht sehr verbreitet. An- und Verkaufkurse der Fondsanteile liegen deshalb meist weit auseinander. Daran verdienen die Banken – der Anleger zahlt drauf.

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