Wirtschaft : NACHRICHTEN

Kartellverfahren gegen Eon eingestellt

Brüssel - Mit dem Verkauf seines Hochspannungsnetzes entgeht der Stromkonzern Eon im Kartellstreit mit Brüssel einer Milliarden-Buße. Die EU-Kommission hat ihr Verfahren gegen das Düsseldorfer Unternehmen eingestellt, wie die Behörde am Mittwoch in Brüssel mitteilte. Das Angebot des Unternehmens, sich von seinem Strom-

Übertragungsnetz zu trennen, sei akzeptiert worden. Eon hatte den Schritt im Februar vorgeschlagen, um damit für mehr Wettbewerb zu sorgen und einem drohenden Milliarden-Bußgeld zu entgehen. Teil des Angebots ist auch, Kraftwerksleistung von 4800 Megawatt (MW) an einen Wettbewerber abzugeben. Die Brüsseler Wettbewerbshüter hatten das Verfahren wegen des Verdachts eingeleitet, das Unternehmen nutze seine marktbeherrschende Stellung aus, um die Preise in die Höhe zu treiben und Wettbewerber abzuschrecken. dpa

Siemens wird grüner

München - Der Siemens-Konzern hat im abgelaufenen Geschäftsjahr seinen Umsatz mit Umweltprodukten kräftig gesteigert. Es seien knapp 19 Milliarden Euro erlöst worden, teilte der Konzern mit. Das sind rund zehn Prozent mehr als im Vorjahr, womit die Vorgaben von Konzernchef Peter Löscher erfüllt wurden. Den Gesamtumsatz hatte das Unternehmen bis September um sieben Prozent auf 77 Milliarden Euro erhöht. Siemens hat sich auf die Fahnen geschrieben, bis 2011 den Umsatz mit Umweltprodukten auf rund 25 Milliarden Euro zu erhöhen. Siemens ist einer der führenden Hersteller von Windkraftanlagen. dpa

Infineon bittet um Hilfe für Qimonda

Frankfurt am Main - Der Chiphersteller Infineon verhandelt mit der Bundesregierung über Finanzhilfen für seine Tochter Qimonda. Unternehmenskreise bestätigten am Mittwoch ein geheimes Treffen zwischen Vorstandssprecher Peter Bauer, Aufsichtsratschef Max Dietrich Kley und Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU). Über Ergebnisse wurde zunächst nichts bekannt. Der „Süddeutschen Zeitung“ zufolge warben die Manager angesichts der schwierigen Lage in der Branche für Hilfen für Qimonda und die gesamte deutsche Chipindustrie. Infineon und Qimonda äußerten sich am Mittwochabend auf Nachfrage nicht zu dem Bericht.AP

Internetportal Lycos Europe gibt auf

Düsseldorf - Die Internetfirma Lycos Europe steht vor dem Aus. Das vom Medienkonzern Bertelsmann mit großen Ambitionen ins Leben gerufene Unternehmen kündigte am Mittwoch an, einen Teil der Geschäfte zu schließen und den anderen zu verkaufen. Das gleichnamige Internetportal wird es damit nicht mehr geben. 500 der knapp 700 Mitarbeiter verlieren ihren Job. Lycos Europe konnte sich nicht gegen Konkurrenz durch Suchmaschinenbetreiber wie Google oder Internetanbieter wie United Internet durchsetzen. Zudem kämpfte das von Christoph Mohn, Sohn des Bertelsmann-Patriarchen Reinhard Mohn, geleitete Unternehmen mit sinkenden Werbeerlösen und hohen Kosten. In den ersten neun Monaten dieses Jahres hat sich ein Verlust von 17,1 Millionen Euro angehäuft.rtr

Bayer einigt sich mit US-Ministerium

Frankfurt am Main - Die US-Tochter des Pharma- und Chemiekonzerns Bayer hat ihren Konflikt mit dem US-Justizministerium beigelegt. Bayer Healthcare LLC habe einem Vergleich und der Zahlung von 97,5 Millionen Dollar zugestimmt, teilte Bayer mit. Damit sei kein Schuldeingeständnis verbunden, betonte der Schering-Käufer. Die Summe sei durch Rückstellungen gedeckt. „Wir sind froh, dass diese Angelegenheit jetzt abgeschlossen ist“, sagte Bayer-Healthcare-Chef Arthur Higgins. Das Ministerium hatte Bayer zufolge wegen Marketingprogrammen für das Diabetes-Geschäft in den Jahren 1998 bis 2003 ermittelt. Dabei ging es um Prämien zur Gewinnung von Kunden für Blutzuckermessgeräte. rtr

Lufthansa gründet Tochter in Italien

Frankfurt am Main - Mitten in der Krise gründet die Lufthansa zum ersten Mal unter ihrem eigenen Namen eine neue Fluggesellschaft im Ausland. Anfang 2009 wird die Lufthansa Italia ins Leben gerufen, am 2. Februar soll sie von Mailand aus den Flugbetrieb aufnehmen, zunächst mit den Zielen Barcelona und Paris. Trotzdem hat das Unternehmen, wie Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber am Mittwoch bekräftigte, weiter Interesse an der schwer angeschlagenen Alitalia. „Die Tür im Privatisierungsprozess ist damit nicht geschlossen“, sagte er. ro

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