Wirtschaft : NACHRICHTEN

Bauern rufen im Milchstreit EU an

Berlin/Brüssel - Bauernpräsident Gerd Sonnleitner hat die EU-Kommission angesichts des drastischen Milchpreisrückgangs um zusätzliche Hilfe für die deutschen Milchbauern gebeten. Er forderte EU-Agrarkommissarin Mariann Fischer Boel am Freitag in Brüssel laut Mitteilung des Verbands zu einer verstärkten Absatzförderung auf. Fischer Boel verwies nach Angaben Sonnleitners auf bereits bestehende Hilfen und sagte zu, weitere zu prüfen. Das beschlossene EU-Konjunkturpaket ermögliche auch Maßnahmen für die Milchwirtschaft. Die Kommissarin forderte dem Verband zufolge, Produzenten und Vermarkter in Deutschland sollten stärker zusammenarbeiten.dpa

Mehr Geld für ostdeutsche Verkäufer

Erfurt - Mehrere zehntausend Beschäftigte im Verkauf in Ostdeutschland können mit mehr Geld rechnen. Nach einer Entscheidung des Bundesarbeitsgerichts in Erfurt steht auch Teilzeitbeschäftigten eine „Kassen-Zulage“ von vier Prozent zu, wenn sie knapp zwei Drittel ihrer wöchentlichen Arbeitszeit an der Kasse eingesetzt werden. Die Richter gaben damit in letzter Instanz der Klage einer Verkäuferin aus Sachsen-Anhalt statt. Die Frau hatte moniert, dass Teilzeitkräfte im Vergleich zu Vollbeschäftigten benachteiligt würden. Bisher mussten diese wie ihre vollbeschäftigten Kollegen mindestens 24 Wochenstunden an der Kasse stehen, wenn sie den Zuschlag haben wollten. (Aktenzeichen: Bundesarbeitsgericht 10 AZR 338/08). AP

Rumäniens Bahn streicht 12 000 Jobs

Bukarest - Die staatliche rumänische Eisenbahngesellschaft CFR will in diesem Jahr mehr als 12 000 von insgesamt 78 000 Beschäftigten entlassen. Betroffen von dem angekündigten Restrukturierungsprogramm sei sowohl der Güter- als auch der Personenverkehr, berichtete die Nachrichtenagentur Mediafax am Freitag unter Berufung auf die Eisenbahner-Gewerkschaft. CFR ist hoch verschuldet und würde ohne staatliche Subventionen in Höhe von rund 70 Millionen Euro pleitegehen. Weitere 116 Millionen Euro seien dringend für Reparatur- und Wartungsarbeiten notwendig. Die Gewerkschaft protestiert gegen die geplanten Entlassungen, zumal keinerlei Abfindungen oder soziale Abfangprogramme vorgesehen seien. dpa

Russland lässt Konzerne allein

Moskau - Die im Ausland hoch verschuldeten russischen Industriekonzerne können nicht mehr mit uneingeschränkter Unterstützung durch den Staat rechnen. Die russische Regierung will zum Schutz ihrer Devisenreserven nur noch in Notfällen aushelfen. Damit könnten etwa Anteile des weltgrößten Aluminiumkonzerns Rusal aus dem Besitz des in Zahlungsschwierigkeiten geratenen Oligarchen Oleg Deripaska an westliche Banken übergehen, berichtete die Moskauer Tageszeitung „Kommersant“. Nach Angaben der Zentralbank in Moskau müssen russische Unternehmen in diesem Jahr ausländische Kredite in Höhe von 116 Milliarden Dollar begleichen. dpa

Streit um Aktien bei Société Générale

Paris - Im Streit um Aktienoptionen für Manager gibt die französische Großbank Société Générale unter dem Druck der Regierung nach: Das Management verzichte darauf, die im Januar und März zugeteilten Optionen in Aktien umzuwandeln, solange die Bank staatliche Hilfe beziehe, teilte die Société Générale mit. Präsident Nicolas Sarkozy kritisierte die Aktienoptionen bei gleichzeitiger staatlicher Hilfe. „Anscheinend verstehen es manche nicht ganz“, sagte Sarkozy am Rande des EU-Gipfels in Brüssel. Wenn ein Unternehmen einen Sparplan auflege und staatliche Hilfen beziehe, seien Bonuszahlungen, Aktienoptionen und ähnliche Sonderentlohnungen nicht hinnehmbar. AFP

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