Wirtschaft : NACHRICHTEN

Commerzbank zu Verkauf bereit

Frankfurt am Main - Die Commerzbank hat der EU-Kommission für die Genehmigung der milliardenschweren Staatshilfen Finanzkreisen zufolge eine Trennung von ihrer Tochter Eurohypo angeboten. „Das ist eine Möglichkeit, die diskutiert wird“, sagte eine mit den Verhandlungen vertraute Person aus dem Umfeld der Bank am Montag. Noch sei aber keine endgültige Entscheidung über die Zukunft des Immobilien- und Staatsfinanzierers getroffen worden, die Gespräche dauerten noch an, sagte eine andere Person. Die Commerzbank lehnte eine Stellungnahme ab. Die Bank verhandelt seit Wochen mit der EU-Kommission über Auflagen für die Genehmigung der staatlichen Hilfen. rtr

Großdemo gegen Thyssen-Krupp

Duisburg - In Duisburg haben am Montag tausende Beschäftigte von Thyssen-Krupp gegen den geplanten Stellenabbau bei Deutschlands größtem Stahlkonzern protestiert. Mit Transparenten wie „Unser Vertrauen ist am Ende“ und „Sparen ja, aber nicht auf unsere Kosten“ forderten sie Konzernchef Ekkehard Schulz dazu auf, beim geplanten Umbau des Unternehmens auf betriebsbedingte Kündigungen zu verzichten. Die Arbeitnehmervertreter befürchten, dass Tausende Arbeitsplätze bei dem wegen der Stahlkrise angeschlagenen Konzern wegfallen. An der Kundgebung nahmen nach Angaben der IG Metall rund 14 000 Mitarbeiter aus allen Konzernbereichen teil. Thyssen-Krupp beschäftigt in Deutschland etwa 85 000 Mitarbeiter. rtr

Deutlich weniger Börsengänge

Frankfurt am Main - Unternehmen mit Börsenambitionen trauen sich angesichts der Wirtschaftskrise weiter nicht aus der Deckung. An den Aktienmärkten gab es weltweit im ersten Quartal 2009 nur 50 Neuzugänge an den Aktienmärkten. Ein Jahr zuvor trauten sich noch mehr als fünf mal so viele Unternehmen aufs Parkett, wie aus einer am Montag veröffentlichten Studie der Unternehmensberatung Ernst & Young hervorgeht. 34 der Börsengänge fanden in Schwellenländern statt. „Der IPO-Markt in den Industrieländern ist derzeit weitgehend tot“, sagte Ernst & Young-Partner Heinrich Lind. Wenn überhaupt, finden zurzeit nur kleine Transaktionen statt. So sammelten die Börsenneulinge im ersten Quartal 2009 zusammen 1,4 Milliarden Dollar bei den Investoren ein – ein Bruchteil der 41 Milliarden Dollar, die ein Jahr zuvor noch in die Kassen der Debütanten geflossen waren. rtr

EU schreibt sparsame Netzteile vor

Brüssel - Netzteile von Haushalts- und Bürogeräten wie Handys und Computern sollen in Zukunft um ein Drittel weniger Strom verlieren. Dank neuer Vorgaben zur Energieeffizienz könnten europaweit im Jahre 2020 bis zu neun Terawatt Energie gespart werden, was dem Jahresbedarf des über drei Millionen Einwohner zählenden Litauens entspreche, erklärte die EU-Kommission am Montag. Die von der Kommission angenommene Regelung bezieht sich auf Netzteile, die den aus der Steckdose kommenden Strom für Geräte wie Telefone oder Modems auf eine niedrigere Voltzahl transformieren. Die neuen Vorgaben sollen ab 2010 eingeführt werden. AFP

Visa droht hohes Bußgeld

Brüssel - Dem Kreditkartenunternehmen Visa droht ein saftiges EU-Bußgeld wegen millionenschwerer Abwicklungsgebühren. Wie die EU-Kommission am Montag in Brüssel mitteilte, läuft gegen Visa seit dem 3. April ein förmliches Missbrauchsverfahren. Vorermittlungen dazu liefen seit März 2008. Es geht dabei nicht um die Gebühren, die Verbraucher an ihre Bank zahlen, sondern um die Bankkosten, die der Einzelhändler bei Kreditkartenzahlung zu tragen hat. Die Gebühren gelten praktisch für alle grenzüberschreitenden Kartenzahlungen in Europa. dpa

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