Wirtschaft : NACHRICHTEN

Bundesbank weist Vorwürfe zur HRE-Aufsicht zurück

Berlin - Bundesbank-Präsident Axel Weber hat Äußerungen von Bundestagsabgeordneten zurückgewiesen, ihm und dem Chef der Bankenaufsicht Bafin, Jochen Sanio, drohten wegen der Krisenbank Hypo Real Estate möglicherweise Ermittlungen der Staatsanwaltschaft. Weber habe die Vorwürfe „mit Verwunderung zur Kenntnis genommen“, teilte die Bundesbank am Sonntag in Frankfurt am Main mit. „Die strafrechtlichen Vorwürfe sind rechtlich unhaltbar und entbehren jeder Grundlage.“ Der Abgeordnete Axel Troost, Obmann der Linken im HRE-Untersuchungsausschuss, hatte in der Sonntagsausgabe des Tagesspiegels gesagt, wegen Irreführung der Aktionäre müsse möglicherweise gegen Weber und Sanio ermittelt werden. Das ergebe sich aus Justizunterlagen. Aktionäre und Öffentlichkeit seien getäuscht worden, und das sogar auf Anweisung von Sanio und Weber. Ähnlich hatte sich der FDP-Obmann Volker Wissing geäußert. Die inzwischen verstaatlichte HRE war Ende September nach zähen Verhandlungen zwischen Regierung, Banken und Aufsicht mit 35 Milliarden Euro stabilisiert worden. Der Untersuchungsausschuss des Bundestages soll klären, ob dabei unnötig Steuergelder riskiert wurden. Tsp

Arcandor-Insolvenzverwalter kritisiert Misswirtschaft

Hamburg - Der vorläufige Insolvenzverwalter der Arcandor-Gruppe, Klaus Hubert Görg, wirft der früheren Führung Misswirtschaft vor und schließt auch rechtliche Schritte nicht aus. „Es gibt zahlreiche Beispiele dafür, dass um den Preis der kurzfristigen Liquidität die Ertragskraft und die Substanz ruiniert wurden“, sagte Görg der „Welt am Sonntag“. Auch den ehemaligen Arcandor-Chef Thomas Middelhoff nahm er in die Kritik: Er habe sparsamere Vorstandsvorsitzende erlebt. Der dienstliche Aufwand des Vorstands sei sehr hoch gewesen. Auf die Frage nach Hinweisen auf eine mögliche Insolvenzverschleppung sagte Görg: „Wir sehen einige Hinweise, die wir sammeln und zu gegebenem Zeitpunkt bewerten wollen.“ Zum Berliner KaDeWe sagte der Insolvenzverwalter, für das Haus werde gemeinsam mit den anderen Karstadt-Filialen ein Käufer gesucht. Der jetzige Arcandor-Vorstand wollte das KaDeWe dagegen gemeinsam mit zwei anderen Luxushäusern separat verkaufen. dpa

Opel-Treuhand erwartet

GM-Votum binnen 14 Tagen

Frankfurt am Main/Berlin - Im Bieterwettbewerb um Opel rechnet die Opel- Treuhand mit einer Vorentscheidung noch im August. „Ich gehe davon aus, dass wir in den nächsten 14 Tagen eine Empfehlung von GM erhalten werden“, sagte Treuhand-Beiratsmitglied Dirk Pfeil dem „Handelsblatt“. „Es gibt aber keinen Hinweis darauf, dass es viel schneller gehen wird.“ Nach Informationen aus Verhandlungskreisen wird der GM-Verwaltungsrat sich voraussichtlich erst gegen Ende dieser Woche wieder mit dem Thema Opel befassen. Die Bundesregierung hält eine Entscheidung bereits in dieser Woche für möglich, erfuhr das „Handelsblatt“ aus Regierungskreisen. HB

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben