Wirtschaft : NACHRICHTEN

Dax-Konzerne: 50 000 Jobs weniger

Berlin - Seitdem sich die Wirtschaftskrise mit der Pleite der Lehman-Bank vor einem Jahr beschleunigt hat, haben die 30 großen Dax-Konzerne weltweit 50 000 Jobs gestrichen. Nach Berechnungen der „WamS“ wurden in Deutschland insgesamt 30 000 Stellen abgebaut. Die Zeitung verglich die Beschäftigtenzahlen der im Dax notierten Unternehmen vom 30. September 2008 bis zum Stichtag 30. Juni 2009. Der Stellenabbau habe sich im laufenden Jahr noch verschärft. Allein seit Jahresbeginn fielen in Deutschland bis Ende Juni bei den Dax-Konzernen mehr als 22 000 Stellen weg. dpa

Mieterbund warnt vor Wohnungsnot Berlin - Der Deutsche Mieterbund (DMB) hat vor den Folgen der drastisch gesunkenen Zahl von Neubauwohnungen gewarnt. Im vergangenen Jahr seien nur knapp 160 000 neue Wohnungen fertiggestellt worden, so wenige wie nie zuvor in der Bundesrepublik, sagte Mieterbundpräsident Franz-Georg Rips der „Rheinpfalz am Sonntag“. Nach Expertenberechnungen müssten es mehr als doppelt so viele sein, um künftig den Bedarf decken zu können. Auch die Baugenehmigungen hätten 2008 auf einem Rekordtiefstand gelegen und seien im ersten Halbjahr 2009 noch einmal um 8,1 Prozent gesunken. Rips forderte, die Neubautätigkeit um 50 bis 80 Prozent auszuweiten. Sonst drohten in Universitätsstädten und Ballungsgebieten Wohnungsnot und erheblich höhere Mieten. AP

China verwarnt ausländische Banken Peking - China nimmt ausländische Banken wegen außerbörslicher Termingeschäfte ins Visier. Staatliche Unternehmen hätten das Recht, Verträge zur Absicherung von Rohstoffgeschäften einseitig zu kündigen, berichtet das Finanzmagazin „Caijing“. Das Blatt zitierte aus einem Brief der Finanzaufsicht an sechs ausländische Institute, nannte deren Namen aber nicht. Mehrere chinesische Firmen haben große Verluste im Handel mit Derivaten gemacht, darunter Air China, Shanghai Airlines und China Eastern bei Termingeschäften mit Kraftstoffen. Die Regeln für das sogenannte Hedging waren danach verschärft worden. Die Firmen wurden angewiesen, riskante Verträge zu beenden und bei der Aufsicht Rechenschaft darüber abzulegen. rtr

Drei weitere US-Banken geschlossen

New York - Die Zahl der in diesem Jahr gescheiterten US-Banken ist auf 84 gestiegen. Die US-Behörden schlossen am Freitag drei weitere Institute. Das bedeutendste davon war die Affinity Bank in Kalifornien mit einer Bilanzsumme von einer Milliarde Dollar. Sie werde von einer anderen Bank übernommen, wie die Einlagensicherungsbehörde FDIC mitteilte. Die Schließung der beiden anderen Banken in den Bundesstaaten Maryland und Minnesota kostet die Einlagensicherung jeweils 95 und 97 Millionen Dollar. In den USA waren zuletzt Sorgen laut geworden, die Reserven der FDIC könnten durch die zahlreichen Bankenpleiten aufgezehrt sein. dpa

Wulff für Fusion von HSH und NordLB

Hamburg - Der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff befürwortet eine Fusion der norddeutschen Landesbanken. „Eine große norddeutsche Landesbank hat sicher ihren Reiz“, sagte der CDU-Politiker dem „Hamburger Abendblatt“. Allerdings müsse die HSH Nordbank vor einer Fusion ihre Geschäfte in Ordnung bringen. „Dann könnte ich mir einen Zusammenschluss der NordLB mit der HSH Nordbank vorstellen“, sagte er. Sitz des Instituts solle Hannover sein, forderte Wulff. AP

Bertelsmann will Milliarde sparen

Gütersloh - Beim Medienkonzern Bertelsmann nehmen die Pläne für das bisher umfassendste Sparprogramm in der Unternehmensgeschichte Gestalt an. Bis Ende des Jahres sollen die Kosten nach einer Meldung des „Spiegel“ um annähernd eine Milliarde Euro sinken. Ein Bertelsmann-Sprecher wollte am Sonnabend keine Stellungnahme dazu abgeben. Der Konzern legt am Montag Halbjahresergebnisse vor. Angeblich soll die Servicetochter Arvato mit ihren rund 60 000 Mitarbeitern davon etwa 250 Millionen Euro schultern und der Hamburger Zeitschriftenverlag Gruner+Jahr etwa 200 Millionen Euro. dpa

Anleger ziehen Geld bei Cerberus ab

New York - Der Finanzinvestor Cerberus ist laut „Wall Street Journal“ von einem massiven Abfluss von Kundengeldern aus seinen Hedgefonds betroffen. Die Anleger hätten zuletzt 5,5 Milliarden Dollar oder 71 Prozent der Hedgefonds-Mittel abgezogen, berichtete das Blatt am Samstag. Der Grund seien zum einen die Unzufriedenheit mit hohen Anlageverlusten, zum anderen der eigene Geldbedarf der Kunden. dpa

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben