Wirtschaft : NACHRICHTEN

Deutsche Banken langen zu

Düsseldorf - Deutsche Banken nutzen die kräftig gefallenen Leitzinsen deutlich stärker als ihre europäischen Konkurrenten, um ihre Zinsmargen zu erhöhen. Das zeigt eine Auswertung der Zinsstatistik der Europäischen Zentralbank (EZB) und Berechnungen des Beratungsunternehmens Barkow Consulting. Für langfristige und für kurzfristige Kredite zahlen deutsche Unternehmen inzwischen über einen halben Prozentpunkt höhere Zinsen als im Durchschnitt des Euroraums. Konsumenten zahlen für langfristige Kredite 0,3 Prozentpunkte mehr. Auch langfristige Immobilienkredite sind inzwischen etwas teurer als im übrigen Euroraum. HB

Kurzarbeit kostet Milliarden

Düsseldorf - Die massive Ausweitung der Kurzarbeit birgt Risiken für Unternehmen. Trotz staatlicher Förderung blieben bei den Betrieben Kosten in Milliardenhöhe hängen – davor warnte Wirtschaftsprofessor Karlheinz Küting im Gespräch mit dem „Handelsblatt“. Die verbleibenden Personalkosten beziffere das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) bei im Schnitt 1,1 Millionen Kurzarbeitern 2009 auf bis zu 6,2 Milliarden Euro. Laut Küting kommen Kapitalkosten für Zinsen und Abschreibungen hinzu, die auch bei nicht ausgelasteten Anlagen anfallen. HB

Exportwirtschaft schwächelt noch

Kiel - Eine Studie des Instituts für Weltwirtschaft (IfW) in Kiel geht trotz der sich langsam abzeichnenden Konjunkturaufhellung nicht von einer schnellen Erholung der Ausfuhrwirtschaft aus. Unternehmen exportierten Endprodukte in alle Welt und bezögen die für die Herstellung benötigten Zwischenprodukte aus verschiedenen Ländern. Diese globalen Produktionsnetzwerke seien durch die Krise erheblich geschwächt worden, heißt es in der IfW-Studie. Behindert werde die rasche Erholung auch durch die hohen Kosten eines Wiedereintritts in diese Netzwerke, selbst wenn sich die Auslandsnachfrage erhöht. dpa

Deutsche will mehr von Oppenheim

Frankfurt/Luxemburg - Die Deutsche Bank treibt den geplanten Einstieg bei der angeschlagenen Privatbank Sal. Oppenheim zügig voran. Die Frankfurter Großbank strebt laut Finanzkreisen die sofortige Mehrheit bei der Privatbank mit Sitz in Luxemburg an. Eigentlich hatte sich der heimische Branchenprimus zunächst mit weniger als 50 Prozent bei Sal. Oppenheim einkaufen und erst später aufstocken wollen. Derzeit wird jedoch laut mit der Sache vertrauten Personen über eine Beteiligung von bis zu 75 Prozent verhandelt. dpa

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