Wirtschaft : NACHRICHTEN

Suizidserie kostet Manager den Job

Paris - Die Selbstmordserie bei France Télécom hat den Verantwortlichen des seit Jahren umstrittenen Sanierungsprogramms jetzt den Job gekostet. Vizechef Louis-Pierre Wenes werde durch Stéphane Richard, Ex-Stabschef des Finanzministeriums, ersetzt, teilte der französische Konzern am Montag mit. Die Gewerkschaften sehen den 2006 eingeleiteten Konzernumbau mit Zehntausenden Entlassungen und Versetzungen als eine Ursache für die Selbstmordserie. In den vergangenen anderthalb Jahren nahmen sich 24 Mitarbeiter das Leben. Der letzte war vorige Woche ein 51-jähriger Familienvater. Als Grund nannte er in seinem Abschiedsbrief das Arbeitsklima. AP

LTU-Stewardessen bekommen mehr

Frankfurt am Main - Nach der Einigung mit den Piloten hat Air Berlin auch den Tarifstreit mit dem Kabinenpersonal bei der Ferienflugtochter LTU beigelegt. Die Gewerkschaft Verdi und die LTU-Geschäftsführung einigten sich auf einen Tarifvertrag, wie die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft am Montag mitteilte. Die rund 1500 Flugbegleiter sollen bis Ende 2010 auf lineare Lohnerhöhungen verzichten, dafür will Air Berlin von betriebsbedingten Kündigungen absehen. Die Beschäftigten sollen rückwirkend zum 1. Januar 2009 zudem für 66 Blockstunden im Monat bezahlt werden, auch wenn sie weniger fliegen. Ab Anfang 2010 garantiert Air Berlin Gehalt für 69 Blockstunden. Eine Blockstunde ist die Zeit vom Losrollen eines Flugzeugs vor dem Start bis zur Ankunft an der Parkposition am neuen Zielort. rtr

Weltbank will 100 Milliarden Dollar

Istanbul - Die Hilfszusagen für die armen Länder dürfen trotz der Haushaltsprobleme in Industrieländern nicht gekappt werden. Ansonsten droht nach Ansicht von Weltbank und Internationalem Währungsfonds (IWF) nicht nur eine Ausweitung der weltweiten Armut. Auch die Erholung der Weltwirtschaft könne viel langsamer laufen als erhofft, hieß es am Montag nach der Sitzung des Entwicklungsausschusses der Weltbank bei der Jahrestagung in Istanbul. „Die wirtschaftlichen Kräfteverhältnisse haben sich durch die Krise verändert“, sagt Weltbank-Präsident Robert Zoellick. China und Indien leisteten bereits ihren Beitrag. Zunächst aber brauchen die armen Länder massive Unterstützung. Im vergangenen Jahr hat die Weltbank ihre Hilfe bereits auf 33 Milliarden Dollar verdreifacht. Für die nächsten drei Jahre benötige die Bank 100 Milliarden Dollar zusätzlich. Ansonsten könne es bereits Mitte 2010 erhebliche Engpässe geben. ro

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