Wirtschaft : NACHRICHTEN

Bernanke will Banken disziplinieren

Chatham/Washington - US-Notenbankchef Ben Bernanke will bei der Aufsicht über das Bankensystem in Zukunft härter durchgreifen. Die Fed wolle von den Instituten in Zukunft unter anderem bessere und umfassendere Rechenschaftsberichte verlangen, sagte Bernanke am Freitag bei der Herbst-Konferenz der regionalen Fed von Boston. Bernanke bekräftigte erneut seine Unterstützung für ein Gremium, das sich mit systemischen Risiken des Finanzsystems befassen und als eine Art Frühwarnsystem bei zukünftigen Krisen fungieren soll. In Europa wird es analog dazu einen Rat für systemische Risiken geben. rtr

Baubranche mit erstem Auftragsplus

Berlin - Der Sinkflug der deutschen Baubranche ist gestoppt: Milliardenschwere Investitionen der Bundesregierung sorgten im August für das erste Auftragsplus seit fast einem Jahr. Die Nachfrage zog preisbereinigt um 3,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat an, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. Noch im Juli hatte es ein Minus von 8,4 Prozent gegeben. „Die Konjunkturprogramme ziehen“, sagte der Sprecher des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie (HDB), Heiko Stiepelmann. „Die öffentlichen Ausgaben haben die Ausfälle im Wirtschaftsbau erstmals kompensiert." Die Aufträge für den öffentlichen Bau zogen HDB-Angaben zufolge um 11,1 Prozent an. Das Konjunkturprogramm half aber auch dem privaten Wohnungsbau auf die Sprünge. Hier zog die Nachfrage um vier Prozent an - vor allem wegen der staatlichen Förderung der ökologischen Gebäudesanierung.Der Wirtschaftsbau, die größte Bausparte, ging dagegen um 6,0 Prozent zurück. dpa

Neue Mindestlöhne in drei Branchen

Berlin - In zwei weiteren Branchen gelten vom Wochenende an Mindestlöhne. Wie der scheidende Bundesarbeitsminister Olaf Scholz (SPD) mitteilte, treten am Samstag Mindestlohn-Verordnungen für Bergbauspezialarbeiten und Wäschereidienstleistungen in Kraft. Zugleich seien bestehende Mindestlohn-Regelungen für das Maler- und Lackiererhandwerk verlängert und auf weitere Unternehmen ausgeweitet worden. Insgesamt mehr als 100 000 Arbeitnehmer in den drei Branchen profitierten von den Verordnungen. AFP

Italien erregt Argwohn in Brüssel

Brüssel - Eine Umweltprämie für Fahrräder in Italien beschäftigt offenbar die Wettbewerbshüter der EU-Kommission. Die Kommission habe zugesagt, zu der Prämie Auskünfte von der italienischen Regierung einzuholen, teilte der CDU-Europaabgeordnete Werner Langen am Freitag in Brüssel mit. Langen hatte sich an Kommissarin Neelie Kroes gewandt, weil er eine Verzerrung des Wettbewerbs fürchtete. Denn die staatliche Förderung sei einer offiziellen Liste zufolge auf italienische Produkte beschränkt. Nach Langens Angaben hat das Programm, das mit dem Ziel des Klimaschutzes auch den Absatz von Mopeds und Elektrorädern ankurbeln solle, ein Volumen von fast neun Millionen Euro und sieht Prämien bis zu 700 Euro pro Antrag vor. AFP

Großbritannien hinkt hinterher 

London - Die Hoffnungen auf ein baldiges Ende der Rezession in Großbritannien haben sich vorerst zerschlagen: Entgegen den Erwartungen schrumpfte die Wirtschaftsleistung im dritten Quartal erneut. Von Juli bis September sei das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 0,4 Prozent gesunken, teilte die Nationale Statistikbehörde am Freitag mit. Mit sechs Quartalen negativen Wachstums in Folge ist das die am längsten dauernde Rezession seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1955. Volkswirte hatten eigentlich mit einem leichten Plus von 0,2 Prozent gerechnet. Im Jahresvergleich schrumpfte das BIP um 5,2 Prozent. Mit den Zahlen liegt Großbritannien hinter der Eurozone, die im dritten Quartal nach Prognosen wieder ein Wachstum verzeichnen wird. dpa

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