Wirtschaft : NACHRICHTEN

Brüderle geht gegen Konzerne vor

Berlin - Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) plant ein Gesetz zur Zerschlagung marktbeherrschender Konzerne. „Wenn ein Großunternehmen den Wettbewerb fortgesetzt behindert, muss der Staat die Möglichkeit bekommen, die Firma zu entflechten“, sagte Brüderle dem Magazin „Der Spiegel“. „Es geht um eine Notmaßnahme mit disziplinierender Wirkung.“ Die Regelung werde für alle gelten. Vorbehalte der Stromkonzerne nach einer entsprechenden Ankündigung im Koalitionsvertrag wies er zurück. „Wenn ein Unternehmen eine wirtschaftlich bedenkliche, marktbeherrschende Stellung gewinnt, muss der Staat dagegen vorgehen können.“ dpa

Erster Polo rollt in Indien vom Band Neu Delhi - Volkswagen hat mit der Produktion des VW Polo in Indien begonnen. Im westindischen Pune, dem ehemaligen Poona, rollte am Samstag der erste VW Polo indischer Herstellung vom Band. In den kommenden vier bis sechs Jahren wolle VW einen Marktanteil von bis zu zehn Prozent des indischen Automarktes erobern, teilte das Unternehmen mit. Der genaue Preis für die indische Version des VW Polo steht noch nicht fest. AFP

Mercedes unterstützt Händler

Stuttgart - Mercedes-Benz unterstützt einem Medienbericht zufolge seine deutschen Händler mit einem zweistelligen Millionenbetrag. „Dies ist kein Hilfspaket, sondern eine an die schwierigen Rahmenbedingungen angepasste Sonderzahlung innerhalb der Margenabrechnung“, sagte Mercedes-Vertriebschef Harald Schuff der Zeitung „Automobilwoche“. Dem Bericht zufolge sollen die Händler 2,5 Prozent des erzielten Gesamtumsatzes nach Listenpreis erhalten. Damit summiere sich die Sonderzahlung auf rund 42 Millionen Euro, hieß es. dpa

Deutsche Firmen bieten für HDW

Hamburg/Kiel - Die Bundesregierung will nach Informationen des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ einen deutschen Käufer für den Kieler U-Boot-Bauer HDW. Vertreter des Wirtschaftsministeriums sprächen derzeit mit zwei deutschen Unternehmen, die Interesse an einer Übernahme hätten, schreibt das Magazin in seiner jüngsten Ausgabe. Eine Sprecherin des Werftenverbundes ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS), zu dem die Howaldtswerke – Deutsche Werft (HDW) gehört, wies diese Darstellung am Samstag zurück. „Es gibt keine Gespräche mit deutschen Unternehmen über eine Übernahme des U-Boot-Bauers HDW“, sagte sie. dpa.

Lufthansa will Flugverbot kippen Frankfurt/Main - Die Lufthansa geht gegen das Nachtflugverbot auf dem Frankfurter Flughafen nun mit dem letzten Rechtsmittel vor. Die Lufthansa und ihre Frachttochter Cargo werden eine Nichtzulassungsbeschwerde gegen das Urteil des Kasseler Verwaltungsgerichtshofs (VGH) einreichen, sagte Konzernsprecher Peter Schneckenleitner am Samstag. Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ hatte berichtet, dass sich die Unternehmensleitung wahrscheinlich zu diesem Schritt entschließen werde. „Aus unserer Sicht ist ein absolutes Nachtflugverbot existenzbedrohend für Lufthansa Cargo, auch würden durch ein Nachtflugverbot tausende Arbeitsplätze bei der Cargo gefährdet“, sagte Schneckenleitner. Somit sei es selbstverständlich, alle Rechtsmittel auszuschöpfen. dpa

Schaden für KfW fällt geringer aus

Frankfurt - Die staatliche Förderbank KfW bleibt nach einer aufsehenerregenden Überweisung an die insolvente US-Investmentbank Lehman Brothers Finanzkreisen zufolge nur auf einem Schaden von gut 100 Millionen Euro sitzen. Etwa zwei Drittel der in der Insolvenzmasse untergegangenen 320 Millionen Euro seien durch die Verrechnung mit Forderungen von Lehman an die Bundesfinanzagentur der KfW wieder zugeflossen, sagte ein Insider der Nachrichtenagentur Reuters. Das sei in langwierigen Verhandlungen mit dem Insolvenzverwalter von Lehman erreicht worden. Ein Sprecher der KfW bestätigte am Samstag, dass es in Sachen Lehman einen „für alle Beteiligten vorteilhaften Vergleich“ gegeben habe. rtr

Kündigungen bei Siemens befürchtet München - Die Beschäftigten der Siemens-Sparte IT-Solutions and Services (SIS) fürchten wegen der geplanten Ausgliederung betriebsbedingte Kündigungen in größerem Umfang. „Nach aller Logik bleibt wohl keine andere Lösung als betriebsbedingte Kündigungen. Wir werden mit einer vierstelligen Zahl rechnen müssen“, zitierte die Wirtschaftszeitung „Euro am Sonntag“ aus Arbeitnehmerkreisen von Siemens. In Deutschland hat die IT-Sparte inklusive der Töchter knapp 11 000 Beschäftigte, weltweit sind es rund 35 000. dpaSIEMENS AG]

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