Wirtschaft : NACHRICHTEN

Krise vernichtet fünf Millionen Jobs

Brüssel - Im Zuge der Wirtschaftskrise haben europaweit mehr als fünf Millionen Menschen ihre Stelle verloren. Die Zahl der Arbeitslosen in der Europäischen Union stieg von Juni 2008 bis zum Juni dieses Jahres um 5,024 Millionen, wie das europäische Statistikamt Eurostat am Freitag in Brüssel mitteilte. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich im Juni EU-weit auf 8,9 Prozent, in der Eurozone erreichte sie mit 9,4 Prozent den höchsten Stand in zehn Jahren. Am höchsten lag die Arbeitslosenquote mit 18,1 Prozent in Spanien, am niedrigsten mit 3,3 Prozent in den Niederlanden. In Deutschland liegt die Erwerbslosenquote derzeit bei 8,2 Prozent. AP

Autorabatte auf Rekordniveau

Duisburg - Die Rabatte der Autohersteller sind im Juli auf Rekordniveau gestiegen. Unter Einrechnung der Abwrackprämie stieg der Spitzenrabatt auf 57,9 Prozent, berichtete am Freitag der Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer in seiner neuesten Rabattstudie. „Die Rabattspirale hat damit immer noch nicht ihre Spitze gefunden und dreht sich kräftig weiter“, sagte der Professor für Automobilwirtschaft der Universität Duisburg-Essen. Den höchsten Rabatt gab es seinen Berechnungen zufolge für den Nissan Micra. Des weiteren gab es 18 Angebote mit mindestens 40 Prozent Nachlass. 64 Modelle wurden der Studie zufolge mit 30 bis 40 Prozent Rabatt angeboten. Dudenhöffer bezeichnete die Rabattschlacht als „desaströs“ und warnte die Autoindustrie vor negativen Folgen für die Zukunft. dpa

Großhandelsumsatz sinkt kräftig

Wiesbaden - Der Großhandel in Deutschland hat im ersten Halbjahr 2009 deutlich weniger umgesetzt. Nominal sanken die Umsätze im Vergleich zum ersten Halbjahr 2008 um 16,1 Prozent und real um 9,1 Prozent, berichtete das Statistische Bundesamt am Freitag unter Berufung auf vorläufige Ergebnisse. Im Juni setzten die Großhändler nominal 17,2 Prozent und real 9,1 Prozent weniger um als im Vorjahresmonat, im Vergleich zum Vormonat Mai wurde dagegen ein Anstieg um nominal 1,1 Prozent und real 2,0 Prozent registriert. AP

USA: Milliarden-Boni ohne Grundlage New York - Große US-Banken zahlten ihren Angestellten im vergangenen Jahr oft ohne Grundlage riesige Boni. Mitten in der Finanzkrise überstiegen die Bonuszahlungen einiger Wall-Street-Schwergewichte den Gewinn, wie aus einer am Donnerstag vom New Yorker Generalstaatsanwalt Andrew Cuomo vorgestellten Untersuchung hervorgeht. Zu den Banken, die so handelten, zählen unter anderem Goldman Sachs, Morgan Stanley und JP Morgan Chase. Demnach schüttete etwa Goldman Sachs im vergangenen Jahr 4,8 Milliarden Dollar (3,4 Milliarden Euro) Boni aus. Das war mehr als das Doppelte des Gewinns, der bei 2,3 Milliarden Dollar lag. Morgan Stanley zahlte 4,5 Milliarden Dollar Boni, verdiente aber nur 1,7 Milliarden Dollar. Dabei hatten Goldman Sachs und Morgan Stanley wegen der Finanzkrise je zehn Milliarden Dollar an Staatshilfen erhalten. Konkurrent JP Morgan Chase hatte vom Staat sogar 25 Milliarden Dollar bekommen. Die Bank zahlte 8,6 Milliarden Dollar an Boni, machte aber nur 5,6 Milliarden Dollar Gewinn. Sogar die Banken Citigroup und Merrill Lynch, die im vergangenen Jahr riesige Verluste von jeweils mehr als 27 Milliarden Dollar machten, zahlten üppige Boni: Bei der Citigroup flossen 5,3 Milliarden Dollar, bei Merrill Lynch 3,6 Milliarden Dollar. Die New Yorker Staatsanwaltschaft hatte die Zahlungen nach der Verschärfung der Finanzkrise neun Monate lang untersucht. AFP

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